Direct Selling History: Madam C. J. Walker wurde Millionärin durch Direktvertrieb.

Die Geschichte der Madam C. J. Walker fällt in eine Zeit, in der man heute zumindest im freien Teil der Welt gegebene Selbstverständlichkeiten wie Gleichberechtigung der Geschlechter oder Frauenwahlrecht rund um den Globus vergeblich suchte. Umso bemerkenswerter ist es somit aus heutiger Sicht, dass die Direktvertriebsindustrie Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts für damalige Verhältnisse nahezu unglaubliche unternehmerische Entfaltungs- und Einkommensmöglichkeiten bot.

Aufgrund einer Erkrankung ihrer Kopfhaut verlor Madam C. J. Walker in den 1890er-Jahren fast ihr gesamtes Haar. Auf der Suche nach Linderung entwickelte sie ein Haarwuchsmittel, das ihr half. Über sich selbst sagte sie einmal, dass sie von den Baumwollfeldern des Südens stammt und von dort zuerst in die Waschwanne und danach in die Küche befördert wurde.

1905 begann sie zusätzlich mit dem Vertrieb der Produkte von Annie Turnbo Malone

Von der Küche aus habe sie sich dann selbst in die Entwicklung und Produktion von Haarpräparaten befördert. 1905 begann sie zusätzlich mit dem Vertrieb der Produkte von Annie Turnbo Malone, die so unfreiwillig zur Mentorin ihrer späteren Konkurrentin wurde.

Denn Walker verlor ihre eigenen Erzeugnisse und deren Weiterentwicklung niemals aus den Augen und gründete noch im gleichen Jahr ihre Madame C. J. Walker Manufacturing Company in St. Louis. Sie ermutigte andere Afroamerikanerinnen, schlecht bezahlte Tätigkeiten wie Wäscherin oder Hausmädchen aufzugeben und gegen Provision als Walker Agentinnen zu arbeiten, was deren Lebensqualität enorm verbesserte.

Über 20.000 „Beauty Culturists“ wurden nach dem „Walker System“ ausgebildet.

Zum Zeitpunkt ihres Todes 1917 war Madam C. J. Walker das größte Unternehmen der USA in afroamerikanischem Besitz. Im Guinness-Buch der Rekorde wird Walker als die erste amerikanische Selfmade-Millionärin gelistet. Wobei Guinness einräumt, dass Unternehmerinnen wie Walkers Vorbild Annie Turnbo Malone, die Immobilienmagnatin Bridget Manson oder die Finanzierin Mary Ellen Pleasant die Million vor ihr erreicht haben mögen.

Vierteilige Serie auf Netflix

Dies aber sei wegen der nicht so akkurat dokumentierten Finanzen dieser Damen nicht eindeutig festzustellen. Fast 90 Jahre nach ihrem Tod verlieh der US-amerikanische Direktvertriebsverband Direct Selling Association (DSA) der Unternehmerin am 19. August 2006 im Netherlands Hilton Hotel in Cincinnati posthum den „Distinguished Service Award“ (Auszeichnung für exzellenten Service) als Würdigung für ihre Pionierarbeit im Direktvertrieb, die maßgeblich dazu beitrug, den Verkauf von Tür zu Tür als Vertriebskanal zu etablieren. 2020 widmete ihr der Streaming-Dienst Netflix die vierteilige Miniserie „Selfmade: Das Leben von Madam C. J. Walker“. (FW)

Produkte und System wurden von Annie Turnbo Malone kopiert

Bereits Jahre bevor Madam C. J. Walker mit dem Vertrieb ihrer Produkte begann, revolutionierte Annie Turnbo Malone die afroamerikanische Hautpflege-Szene mit ihren Haarpflegeprodukten. In Lovejoy, Illinois, begann Malone 1902 mit der Entwicklung einer Reihe von Haarglättern, Ölen und Produkten, die das Haarwachstum förderten, „Wonderful Hair Grower“ genannt, die von Tür zu Tür verkauft wurden. 1905 begann Walker für Malone zu verkaufen, kreierte aber weiterhin ihre eigenen Produkte. Malone beschuldigte Walker, ihre hauptsächlich aus Paraffin und Schwefel bestehende Formel zu kopieren. Dass Walker ebenso wie Malone kostenlose Behandlungen zu Werbezwecken durchführte, ist unstrittig – ob Malone jedoch vor Walker erste afroamerikanische Millionärin war, hingegen schon.

Jetzt Artikel in unserer Ausgabe 04-2021 lesen

 

 

 

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