LR-Health-&-Beauty-InfoGrafik-DSM-KI-Headquarter-07

Umsatz von LR Health & Beauty bricht im Q2 2026 um 16,1 Prozent auf 57,8 Millionen Euro ein

Facebook
WhatsApp
LinkedIn
Telegram
Email

Die LR Health & Beauty SE (Anleihe 2024/2028, ISIN: NO0013149658) aus Ahlen hat im zweiten Quartal 2026 Warenerlöse von 57,8 Millionen Euro erzielt. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit 68,9 Millionen Euro ergibt sich ein Umsatzrückgang von 11,1 Millionen Euro oder 16,1 Prozent. Bereits im ersten Quartal 2026 ist der Umsatz des Network-Marketing-Unternehmens gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 (74,0 Mio. EUR) um 17,8 Prozent auf 60,8 Millionen Euro eingebrochen. CEO Jörg Körfer bezeichnet 2026 als Übergangsjahr. 

Umsätze von LR Health & Beauty SE für das zweite Quartal 2026 in Euro

Region / Erlösposition

Q2 2026

Q2 2025

+/-

Region Westeuropa

29,7

37,5

-20,8 %

Region Mittel- und Osteuropa

28,0

31,2

-10,3 %

Überleitung / Sonstige

0,1

0,2

–

Warenerlöse gesamt

57,8

68,9

-16,1 %

Übrige Erlöse

2,2

2,8

-19,8 %

Erlösschmälerungen

-3,0

-2,6

+16,6 %

Konzernumsatz (Umsatzerlöse)

56,9

69,0

-17,5 %

Angaben in Millionen Euro, gerundet. Quelle: Ungeprüfter Konzernzwischenbericht Q2 2026 der LR Health & Beauty SE vom 21. August 2026. Region Westeuropa umfasst Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Türkei und das Vereinigte Königreich. Region Mittel- und Osteuropa umfasst Albanien, Bulgarien, Griechenland, Kasachstan, Polen, Rumänien, Russland, die Slowakei, Tschechien, Ungarn, die Ukraine und Zypern.

Die Aufstellung macht sichtbar, dass der Rückgang keineswegs gleichmäßig über den Konzern verläuft. Die Region Westeuropa, in der LR mit Deutschland, Österreich und der Schweiz den gesamten D-A-CH-Raum bündelt, verliert 7,8 Millionen Euro und damit gut zwei Drittel des gesamten Quartalsrückgangs. Auf die Region Mittel- und Osteuropa entfallen 3,2 Millionen Euro. Bemerkenswert ist die Position der Erlösschmälerungen: Sie steigt gegen den Umsatztrend um 16,6 Prozent auf 3,0 Millionen Euro. Bezogen auf die Bruttoerlöse vor Abzügen entspricht das einer Quote von 5,1 Prozent nach 3,6 Prozent im Vorjahresquartal. 

Warum Warenerlöse und Konzernumsatz auseinanderlaufen

Für die Einordnung der Quartalszahlen ist die Unterscheidung zweier Größen entscheidend, die LR getrennt ausweist. Die Warenerlöse beschreiben die Erlöse aus dem Verkauf von Waren und sind die Steuerungsgröße, an der der Vorstand die Region misst; sie sinken im zweiten Quartal um 16,1 Prozent. Der Konzernumsatz nach IFRS ergibt sich dagegen erst nach Hinzurechnung der übrigen Erlöse aus Dienstleistungen, Seminaren und der Fahrzeug-Untervermietung an Vertriebspartner sowie nach Abzug der Erlösschmälerungen. Er fällt um 17,5 Prozent auf 56,9 Millionen Euro und damit deutlicher als die Warenerlöse. 

Direkter Vergleich: Q1 & Q2 2026

Der Zwischenbericht weist die Quartalswerte separat aus, sodass sich die Entwicklung innerhalb des laufenden Geschäftsjahres nachzeichnen lässt. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, dass der Umsatzrückgang sich sequenziell fortsetzt, während die Ertragskennzahlen sehr viel stärker nachgeben als die Erlöse.

Kennzahl

Q1 2026

Q2 2026

+/-

Warenerlöse

60,8

57,8

-5,0 %

davon Region Westeuropa

31,0

29,7

-4,3 %

davon Region Mittel- und Osteuropa

29,6

28,0

-5,6 %

Konzernumsatz (Umsatzerlöse)

60,5

56,9

-5,9 %

Materialaufwand

11,5

9,2

-20,3 %

Personalaufwand

13,7

13,9

+1,3 %

Sonstige betriebliche Aufwendungen

33,2

32,9

-1,0 %

EBITDA (reported)

3,3

0,6

-82,1 %

Sondereffekte

2,0

2,8

+45,3 %

EBITDA (normalisiert)

5,2

3,4

-34,7 %

EBIT

0,4

-2,3

–

Free Cashflow

1,8

-5,7

–

Periodenergebnis

-5,8

50,3

–

Angaben in Millionen Euro, gerundet. Quellen: Zwischenberichte Q1 2026 und Q2 2026 der LR Health & Beauty SE. Die Quartalswerte für das zweite Quartal weist der Bericht separat aus; die Veränderungsraten in der Spalte „+ / –“ sind eigene Berechnungen aus den ausgewiesenen Quartalswerten.

Der sequenzielle Rückgang von 5,0 Prozent fällt für sich genommen moderater aus als im Vorjahr, als LR zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2025 noch 6,9 Prozent verloren hatte. Diese scheinbare Beruhigung täuscht jedoch, denn sie vollzieht sich auf einem bereits um ein Sechstel abgesenkten Niveau. Aussagekräftiger ist der Blick auf die Ergebnisseite: Das berichtete EBITDA fällt von 3,3 auf 0,6 Millionen Euro und damit um 82,1 Prozent, das normalisierte EBITDA um 34,7 Prozent. Die EBITDA-Marge auf Basis der Warenerlöse sinkt von 5,4 Prozent im ersten Quartal auf 1,0 Prozent im zweiten. Aus einem positiven EBIT von 0,4 Millionen Euro wird ein Verlust von 2,3 Millionen Euro.

Kostenstruktur: Vertrieb 

Der Materialaufwand folgt dem Umsatz und sinkt im zweiten Quartal auf 9,2 Millionen Euro. Einschließlich der Bestandsveränderungen bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen von minus 1,8 Millionen Euro summiert sich der Materialblock auf 11,0 Millionen Euro. Bezogen auf die Warenerlöse steigt die Quote damit auf 19,0 Prozent nach 17,8 Prozent im Vorjahresquartal und 18,2 Prozent im ersten Quartal 2026. 

Deutlicher wird der Effekt bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, in denen LR die Boni an die Vertriebspartner, Vertriebs-, Beratungs- und Verwaltungskosten sowie Währungsverluste konzentriert. Sie sinken im zweiten Quartal um 18,5 Prozent auf 32,9 Millionen Euro, gegenüber dem ersten Quartal 2026 jedoch nur um 1,0 Prozent. Gemessen an den Warenerlösen steigt der Block von 54,6 Prozent im ersten auf 56,9 Prozent im zweiten Quartal. Zwei Ursachen wirken gegenläufig: Die Bonuszahlungen gehen mit dem Volumen zurück, während die Kosten für Rechts- und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Finanzrestrukturierung steigen. LR beziffert die Sondereffekte für das zweite Quartal auf 2,8 Millionen Euro nach 2,0 Millionen Euro im ersten Quartal.

Der Personalaufwand bewegt sich gegen den Trend nach oben. Er steigt sequenziell von 13,7 auf 13,9 Millionen Euro, obwohl die Belegschaft im gleichen Zeitraum von 1.140 auf 1.119 Mitarbeitende schrumpft. Ein Jahr zuvor hatte LR zum 30. Juni noch 1.176 Beschäftigte gezählt. Der Anstieg bei gleichzeitig sinkender Kopfzahl deutet auf Aufwendungen für den Personalabbau hin, den der Konzern im Rahmen der operativen Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt hat.

Die Regionen im Quartalsverlauf

LR steuert das Geschäft in zwei Regionen. Beide verlieren, aber in unterschiedlicher Geschwindigkeit und mit unterschiedlichem Verlaufsmuster über die ersten sechs Monate.

Region

Q1 2026

Q2 2026

Q2 zu Q1

Q2 zum Vorjahr

Westeuropa

31,0

29,7

-4,3 %

-20,8 %

Mittel- und Osteuropa

29,6

28,0

-5,6 %

-10,3 %

Überleitung / Sonstige

0,2

0,1

–

–

Warenerlöse gesamt

60,8

57,8

-5,0 %

-16,1 %

Angaben in Millionen Euro, gerundet. Quellen: Zwischenberichte Q1 2026 und Q2 2026 der LR Health & Beauty SE. Die Spalte „Q2 zu Q1“ ist eine eigene Berechnung.

Im Vorjahresvergleich verbessert sich das Bild in beiden Regionen leicht: Westeuropa verliert im zweiten Quartal 20,8 Prozent nach 23,2 Prozent im ersten, Mittel- und Osteuropa 10,3 Prozent nach 11,5 Prozent. Sequenziell dreht sich das Verhältnis jedoch um. Von Quartal zu Quartal gibt nun Mittel- und Osteuropa mit 5,6 Prozent stärker nach als Westeuropa mit 4,3 Prozent. Die bislang stabile Region verliert damit erstmals im laufenden Jahr an Tempo, während der Rückgang im Westen an Wucht verliert, ohne zu stoppen.

Strukturell verschiebt sich das Gewicht des Konzerns spürbar. Der Anteil Westeuropas an den Warenerlösen sinkt im zweiten Quartal auf 51,5 Prozent nach 54,6 Prozent im Vorjahresquartal. Der Abstand zwischen beiden Regionen beträgt im zweiten Quartal 2026 nur noch 1,7 Millionen Euro. Im gesamten Geschäftsjahr 2025 hatte Westeuropa mit 150,9 Millionen Euro noch gut 25 Millionen Euro mehr zu den Warenerlösen beigetragen als Mittel- und Osteuropa mit 125,5 Millionen Euro. Setzt sich der Verlauf fort, verliert die westeuropäische Region einschließlich des Heimatmarktes Deutschland ihre Position als umsatzstärkstes Segment des Konzerns.

D-A-CH: Was der Zwischenbericht offenlegt und was er verschweigt

Für den deutschsprachigen Raum liefert der Quartalsbericht keine eigene Zahl. LR schlüsselt die Umsätze unterjährig ausschließlich nach den beiden Steuerungsregionen auf; eine geografische Aufgliederung nach D-A-CH, Osteuropa und Asien, West- und Nordeuropa sowie Südeuropa nimmt der Konzern nur im Geschäftsbericht vor. Der beste verfügbare Näherungswert für das zweite Quartal ist deshalb die Region Westeuropa mit einem Rückgang von 20,8 Prozent auf 29,7 Millionen Euro. Diese Region enthält neben Deutschland, Österreich und der Schweiz 13 weitere Länder, darunter die Türkei und das Vereinigte Königreich.

Zwei Hinweise aus dem Zahlenwerk lassen sich dennoch auf den Heimatmarkt beziehen. Erstens fällt der Innenumsatz der Region Westeuropa mit anderen Segmenten, der im Wesentlichen die Lieferungen der deutschen Produktionsgesellschaft in Ahlen an die Auslandstöchter abbildet, im ersten Halbjahr von 25,4 auf 22,2 Millionen Euro. Zweitens hat der Abschlussprüfer im finalen Jahresabschluss 2025 den Wertminderungsbedarf auf den Geschäfts- oder Firmenwert der Region Westeuropa auf 17,8 Millionen Euro festgesetzt, nachdem der vorläufige Test im Zwischenbericht Q1 2026 noch 10,7 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Der Buchwert dieses Firmenwerts sank damit von 77,4 auf 59,6 Millionen Euro. Für die Region Mittel- und Osteuropa ergab der Test unverändert keinen Abwertungsbedarf.

Im Geschäftsjahr 2025 hatte LR für die D-A-CH-Region Umsatzerlöse von 105,3 Millionen Euro ausgewiesen, nach 121,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Minus von 13,2 Prozent und markiert den größten absoluten Rückgang aller vier geografischen Regionen des Konzerns.

Segmentergebnis: Westeuropa verdient im zweiten Quartal fast nichts mehr

Aufschlussreicher als die Umsatzverteilung ist die Ertragsverteilung zwischen den Regionen. Der Zwischenbericht weist das Segment-EBITDA kumuliert für das Halbjahr aus; aus der Differenz zum ersten Quartal ergeben sich die Quartalswerte.

Segment-EBITDA

Q1 2026

Q2 2026

Q2 2025

Region Westeuropa

5,7

0,6

3,2

Region Mittel- und Osteuropa

2,7

1,8

2,1

Überleitung / Holding

-5,1

-1,7

0,7

Konzern-EBITDA (reported)

3,3

0,6

6,0

Angaben in Millionen Euro, gerundet. Die Quartalswerte sind eigene Berechnungen aus den kumulierten Halbjahres- und Quartalsangaben der Zwischenberichte Q1 2026 und Q2 2026.

Das Segmentergebnis Westeuropas fällt im zweiten Quartal auf 0,6 Millionen Euro, nach 5,7 Millionen Euro im ersten Quartal 2026 und 3,2 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Mittel- und Osteuropa liefert mit 1,8 Millionen Euro erstmals mehr Ergebnisbeitrag als der Westen, obwohl die Region weniger Umsatz erzielt. Der Überleitungsposten, der die Holding- und Managementgesellschaften sowie die Konsolidierungseffekte enthält, belastet das Quartal mit 1,7 Millionen Euro, während er im Vorjahresquartal noch 0,7 Millionen Euro beigesteuert hatte. Hier schlagen die Beratungs- und Rechtskosten der Restrukturierung durch, die auf Konzernebene anfallen.

Quartalsgewinn von 50,3 Millionen Euro ohne operative Substanz

Das Periodenergebnis des zweiten Quartals von 50,3 Millionen Euro nach einem Verlust von 5,8 Millionen Euro im ersten Quartal stammt nicht aus dem Geschäft. Es resultiert aus einem Finanzergebnis von 52,5 Millionen Euro, das durch die Ausbuchung von Verbindlichkeiten aus der Unternehmensanleihe im Zuge der Finanzrestrukturierung entsteht. Operativ steht dem ein EBIT von minus 2,3 Millionen Euro gegenüber. Für die Bewertung der Geschäftsentwicklung ist deshalb das normalisierte EBITDA von 3,4 Millionen Euro die belastbare Größe.

Die Restrukturierung wurde im Berichtsquartal abgeschlossen. Nach dem erfolgreichen Written Procedure vom 5. Juni 2026 gingen sämtliche Anteile an der Gesellschaft zum 11. Juni 2026 auf die LR Topco S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg über. Die neue Kapitalstruktur umfasst eine besicherte Anleihe über 62,5 Millionen Euro mit einem festen Kupon von 6,75 Prozent sowie unbesicherte Anleihen der Muttergesellschaft über 27,5 Millionen Euro mit einem PIK-Zins, der über die Laufzeit von 6 auf 10 Prozent steigt und 2031 fällig wird. Alle darüber hinausgehenden Anleiheforderungen einschließlich aufgelaufener Zinsen wurden erlassen.

LR_Eigentuemerstruktur_vorher_nachher
LR‑Eigentümerstruktur vorher – nachher

Liquidität steigt, der Free Cashflow dreht ins Minus

Der Kassenbestand erhöht sich zum 30. Juni 2026 auf 18,7 Millionen Euro nach 8,0 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Die Zuflüsse stammen aus der Anleiheemission im ersten Quartal und der Gesellschaftereinlage von 10 Millionen Euro im zweiten Quartal, nicht aus dem operativen Geschäft. Der operative Cashflow des zweiten Quartals liegt bei minus 4,9 Millionen Euro nach minus 0,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal, der Free Cashflow bei minus 5,7 Millionen Euro nach minus 1,2 Millionen Euro. Ein wesentlicher Teil des Abflusses erklärt sich durch die Auszahlung des Jahresbonus an die Vertriebspartner, die traditionell im zweiten Quartal erfolgt und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 28,5 auf 22,8 Millionen Euro reduziert hat.

Bilanziell verändert die Restrukturierung das Bild grundlegend. Das Eigenkapital steigt von minus 17,6 Millionen Euro zum Jahresende auf 38,2 Millionen Euro, was einer Quote von 19 Prozent entspricht. Einschließlich des Gesellschafterdarlehens von 31,0 Millionen Euro beziffert LR das wirtschaftliche Eigenkapital auf 69,1 Millionen Euro und die wirtschaftliche Eigenkapitalquote auf 34,4 Prozent. Die Verbindlichkeiten aus Anleihen sinken von 129,8 auf 62,7 Millionen Euro und wechseln von den kurzfristigen in die langfristigen Verbindlichkeiten.

Woher der Einbruch im zweiten Quartal kommt

Der Zwischenbericht nennt als Ursache den Übergangsprozess, den der Konzern im Zusammenhang mit der Restrukturierung angestoßen hat, sowie ein anhaltend gedämpftes Konsumklima. In der begleitenden Mitteilung zum Halbjahr verweist LR auf ein herausforderndes Marktumfeld. Der Geschäftsbericht 2025 wird an mehreren Stellen konkreter und liefert die Bausteine für eine Ursachenanalyse.

  • Nachrichtenlage: Das vierte Quartal 2025 war nach eigener Darstellung von der teilweise negativen Berichterstattung zur Restrukturierung geprägt, deren Wirkung zu Beginn des neuen Geschäftsjahres noch spürbar war. Zwischen Covenant-Bruch im Oktober 2025 und Abschluss der Restrukturierung im Juni 2026 lagen acht Monate öffentlicher Unsicherheit, in denen auch ein Insolvenzliquidationsszenario mit einer Quote von rund 6 Prozent für die Anleihegläubiger benannt wurde.
  • Vergütungssystem: Die Änderung des Karriereplans im Oktober 2024 hat die Bonusquote strukturell erhöht. Für 2026 kündigt LR Anpassungen der Partnervergütung und eine Neuausrichtung der Qualifikations- und Eventkonzepte an und benennt zugleich das Risiko, dass Eingriffe in etablierte Vergütungsstrukturen die Motivation, die Bindung und die Rekrutierungsfähigkeit der Vertriebspartner beeinträchtigen können.
  • Portfolio und Märkte: Geplant sind die Überarbeitung bestehender Produkte, die Substitution einzelner Artikel durch margenstärkere Alternativen und die Bereinigung weniger attraktiver Produktbereiche. Im Bereich Märkte sieht der Konzern die Einstellung verlustbringender Aktivitäten vor. Beides kostet kurzfristig Umsatz.
  • Personal: Die Belegschaft sinkt binnen zwölf Monaten von 1.176 auf 1.119 Mitarbeitende. LR verweist auf mögliche Produktivitätsverluste während der Transformationsphase.
  • Währung und Geografie: Die sonstigen betrieblichen Erträge fallen im zweiten Quartal von 3,8 auf 1,4 Millionen Euro, überwiegend wegen geringerer Währungsgewinne. Zu den für den Umsatz wesentlichen Fremdwährungen zählen der russische Rubel, der kasachische Tenge, der polnische ZÅ‚oty, die tschechische Krone und die ukrainische Hrywnja.

In der Summe wirkt hier kein einzelner Auslöser, sondern eine Kombination aus einem Vertrauensschaden im Vertriebsnetz, Eingriffen in das Vergütungs- und Produktsystem und einem schwachen Konsumumfeld. Für ein Geschäftsmodell, das auf der Aktivität und Neugewinnung selbstständiger Vertriebspartner beruht, wiegt der erste Punkt am schwersten, weil er sich nicht mit Kostenmaßnahmen beheben lässt.

2026 bleibt ein Übergangsjahr

Der Vorstand bestätigt die Prognose aus dem Geschäftsbericht 2025 unverändert und erwartet für das laufende Geschäftsjahr weiterhin einen deutlichen Rückgang der Warenerlöse und des berichteten EBITDA. LR bezeichnet 2026 als Übergangsjahr, in dem der Konzern finanziell und strategisch stabilisiert und effizienter aufgestellt werden soll, um die Grundlage für eine Rückkehr auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu schaffen. Eine bezifferte Umsatz- oder Ergebnisprognose für 2026 nennt der Bericht nicht.

Nach zwei Quartalen liegen die Warenerlöse bei 118,6 Millionen Euro. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet ergäbe sich ein Wert in der Größenordnung von 230 bis 237 Millionen Euro gegenüber 277,1 Millionen Euro im Jahr 2025. Das im Restrukturierungsgutachten nach IDW S 6 für 2028 unterstellte Umsatzniveau von 281,5 Millionen Euro im Sensitivity Case beziehungsweise 284,7 Millionen Euro im Management Case liegt damit rund ein Fünftel über der aktuellen Laufrate. Der Sanierungsplan setzt für die kommenden zweieinhalb Jahre also eine deutliche Trendwende voraus.

Zwei Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ergänzen das Bild. Am 1. Juli 2026 beschloss die Gesellschafterversammlung den Rechtsformwechsel der LR Health & Beauty SE in eine GmbH. Am 29. Juli 2026 wurde im Zuge der Übertragung des Gesellschafterdarlehens aus dem Jahr 2024 auf die LR Topco S.à r.l. dessen Zinssatz auf 5,9845 Prozent angepasst.

 

Sidebar I – Hier können Sie eine Anzeige platzieren

Sidebar small – Hier können Sie eine Anzeige platzieren

Sidebar II – Hier können Sie eine Anzeige platzieren

Sidebar II – Hier können Sie eine Anzeige platzieren

Sidebar IV – Hier können Sie eine Anzeige platzieren

Sidebar V – Hier können Sie eine Anzeige platzieren

Sidebar VI – Hier können Sie eine Anzeige platzieren