Die LR Health & Beauty SE mit Sitz in Ahlen, Westfalen, wurde 1985 gegründet und ist mittlerweile in 32 Ländern tätig, wobei rund 90 Prozent der Produkte am Standort Deutschland gefertigt werden. Zwischen Herbst 2025 und Sommer 2026 durchlief LR eine umfassende finanzielle Restrukturierung, die mit der Verletzung eines Anleihe-Covenants begann und mit einem Schuldenschnitt, einem Eigentümerwechsel und einer neu geordneten Kapitalstruktur endete.
Die neue LR-Eigentümerstruktur: Abydos S.à r.l. hält 100 %

Die Anleihe 2024/2028
Am 4. März 2024 hatte die LR SE eine erstrangig besicherte Unternehmensanleihe (ISIN: NO0013149658) im sogenannten Nordic-Bond-Format nach schwedischem Recht mit einem Nominalvolumen von 130 Mio. Euro und einem Emissionserlös von rund 125 Mio. Euro begeben. Die Anleihe ist mit EURIBOR + 7,50 Prozent p. a. (mit einem Zinsfloor von null) verzinst, vierteljährlich zahlbar, und war ursprünglich bis zum 6. März 2028 befristet. Treuhänder ist die Nordic Trustee & Agency AB; gehandelt wird die Anleihe unter anderem an der Nasdaq Stockholm sowie im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Anleihebedingungen sahen Finanzkennzahlen-Auflagen vor, darunter einen vierteljährlich geprüften Leverage Covenant, der zum Stichtag 30. September 2025 ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von höchstens 4,50:1 verlangte.
Herbst 2025: Covenant-Bruch und ausgesetzte Zinszahlung
Bereits am 28. August 2025 hatte LR angekündigt, Gespräche mit den Anleihegläubigern über einen möglichen Verstoß gegen den Leverage Covenant aufzunehmen. Am 20. Oktober 2025 folgte die Bestätigung per Ad-hoc-Mitteilung: Der Vorstand stellte die Verletzung des Leverage Covenant fest. Zugleich entschied das Management, das operative Geschäft zu priorisieren und die am 30. November 2025 fällige Zinszahlung zu stunden. Mit einer Gruppe von Anleihegläubigern sollte eine Stillhalteverpflichtung (Standstill) geschlossen werden, in deren Rahmen die Gläubiger vorübergehend keine Rechte aus dem Covenant-Bruch und der Zinsstundung herleiten. Parallel beauftragte LR ein Beratungsunternehmen mit einem Restrukturierungsgutachten.
3. November 2025: Erstes schriftliches Verfahren und Standstill
Am 14. November 2025 leitete LR ein erstes schriftliches Verfahren (Written Procedure) ein, um vorübergehende Verzichtserklärungen formal zu verankern. Am 25. November 2025 teilte die Gesellschaft mit, dass Anleihegläubiger mit rund 69,57 Prozent des angepassten Nennbetrags ihre Zustimmung zu den vorübergehenden Verzichtserklärungen signalisiert hatten – betreffend die Zinsstundung und die Nichteinhaltung des Maintenance Tests einschließlich des Leverage Covenant bis einschließlich 28. Februar 2026. Für die Beschlussfähigkeit waren ein Quorum von 50 Prozent sowie eine Zweidrittelmehrheit (66,67 Prozent) der teilnehmenden Gläubiger erforderlich. Am 28. November 2025 meldete LR den erfolgreichen Abschluss dieses Verfahrens. Damit war eine erste Atempause gesichert.
4. Januar 2026: Schwaches Jahresergebnis, IDW-S6-Gutachten und das Worst-Case-Szenario
Am 23. Januar 2026 konkretisierte sich die Schieflage. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartete der Vorstand nur noch ein reported EBITDA von rund 16 Mio. Euro – nach einer früheren Erwartung von 17,0 bis 20,0 Mio. Euro – sowie Warenerlöse von etwa 277 Mio. Euro. Zeitgleich kündigte EY-Parthenon die Finalisierung eines Entwurfs des IDW-S6-Restrukturierungsgutachtens an. Dessen Szenarien wiesen für 2028 wieder steigende Ergebnisse aus: im „Sensitivity Case“ ein EBITDA von 27,3 Mio. Euro bei 281,5 Mio. Euro Umsatz, im „Management Case“ ein EBITDA von 31,4 Mio. Euro bei 284,7 Mio. Euro Umsatz.
Auf dieser Grundlage nahm LR Gespräche mit Aktionär und Anleihegläubigern über eine finanzielle Restrukturierung auf. Die zunächst skizzierten Maßnahmen umfassten eine Eigenkapitaleinlage des Aktionärs von 10 Mio. Euro, einen Schuldenschnitt von 55 Prozent des Nominalbetrags auf Pro-rata-Basis (einschließlich kapitalisierter Zinsen) – wodurch der ausstehende Nominalbetrag auf 61,3 Mio. Euro gesunken wäre –, eine Laufzeitverlängerung bis zum 31. Dezember 2029, mehrjährige Zinsstundungen bis einschließlich Mai 2027, Cash-Sweep-Mechanismen oberhalb einer Schwelle von 15 Mio. Euro sowie einen Besserungsschein, der den Gläubigern bei einer späteren Refinanzierung Rückflüsse von bis zu 74,9 Mio. Euro ermöglichen sollte.
Bemerkenswert offen benannte die Gesellschaft die Alternative: Sollten die Restrukturierungsmaßnahmen nicht umgesetzt werden können, sei in einem Insolvenzliquidationsszenario mit einer Insolvenzquote von rund 6 Prozent zu rechnen – faktisch ein nahezu vollständiger Kapitalverlust für die Anleihegläubiger und eine weitgehende Entwertung des Eigenkapitals. Die Gläubiger standen damit unter Druck: ein hoher, aber begrenzter Verlust im Rahmen der Restrukturierung gegenüber einem nahezu vollständigen Ausfall im Insolvenzfall.
5. Februar 2026: Einigung und Lock-up-Agreement
Am 11. Februar 2026 erzielte LR die entscheidende Einigung. Anleihegläubiger, die mehr als zwei Drittel des Nennbetrags vertreten, sowie der Aktionär stimmten einer umfassenden Restrukturierung von Anleihe und Kapitalstruktur zu. Kern der Vereinbarung: 20 Mio. Euro frisches Kapital – je zur Hälfte als Eigenkapitaleinlage und als neue erstrangige „New Money“-Anleihe – sowie eine deutliche Reduzierung der bestehenden Anleiheverbindlichkeiten.
Die künftige Verschuldung sollte aus 62,5 Mio. Euro erstrangig besichertem Fremdkapital mit 6,75 Prozent fester Bar-Verzinsung sowie aus 27,5 Mio. Euro unbesicherten, nachrangigen Junior Bonds bestehen, die von einer direkten Muttergesellschaft begeben werden – mit PIK-Verzinsung von anfänglich 6 Prozent, steigend auf 10 Prozent und Fälligkeit 2031. Verbleibende, nicht wieder in Kraft gesetzte Nominalbeträge sowie aufgelaufene Zinsen werden vollständig abgeschrieben. Dokumentiert wurde die Einigung in einem Lock-up-Agreement, in dem sich die Parteien zur Umsetzung verpflichten und die Gläubiger auf eine Fälligstellung der Anleihe verzichten.
6. März 2026: Brückenfinanzierung über Super Senior Bonds
Da die Umsetzung Zeit beanspruchte, benötigte LR eine Zwischenfinanzierung. Am 6. März 2026 schloss die Gesellschaft weitere Vereinbarungen und leitete ein erneutes schriftliches Verfahren ein. Bestimmte Anleihegläubiger sagten eine vorrangige Brückenfinanzierung über 10 Mio. Euro zu (Super Senior Brückenfinanzierung), die im ersten Rang vor der bestehenden Anleihe steht. Zugleich wurde die Stillhalteverpflichtung bis Ende Juni 2026 verlängert. Die Brückenfinanzierung wurde am 26. März 2026 als Super Senior Unsecured Bond (ISIN: NO0013739029) mit einem Emissionsbetrag von 10 Mio. Euro begeben; einschließlich einer Emissionsgebühr von 1,765 Mio. Euro ergab sich ein Buchwert von 11,765 Mio. Euro. Die Fälligkeit war auf den 15. Juli 2026 datiert, eine vorzeitige Rückzahlung im Zuge der Restrukturierung war vorgesehen.
7. Mai 2026: Schriftliches Verfahren zur Umsetzung, Prospekt und Eigentümerwechsel
Am 19. Mai 2026 leitete LR das schriftliche Verfahren zur eigentlichen Umsetzung der am 11. Februar vereinbarten Umstrukturierung ein und veröffentlichte einen von der schwedischen Finanzaufsicht genehmigten Prospekt. Die Anleihegläubiger wurden eingeladen, neue Anleihen zu zeichnen und Gesellschaftsanteile an einer neu gegründeten Holdinggesellschaft – der künftigen alleinigen Aktionärin der LR SE – zu übernehmen.
Die wesentlichen Schritte: die Abschreibung von 70 Mio. Euro Nennbetrag (davon 20 Mio. Euro durch Wiederinkraftsetzung in neue Anleihen umgewandelt), die Abschreibung weiterer 27,5 Mio. Euro zur Umwandlung in nachrangige Junior Bonds, die vollständige Abschreibung aller aufgelaufenen und nicht gezahlten Zinsen, die Ausgabe zusätzlicher neuer Anleihen über 10 Mio. Euro, die Übertragung sämtlicher Aktien der Gesellschaft sowie der Gesellschafterdarlehen auf die Neue Gesellschafterin, die Bestellung neuer Sicherheiten samt einer Kaufoption auf die Anteile der LR Health & Beauty Systems GmbH sowie strukturelle Vereinfachungen der Konzernstruktur. Die neuen Anleihen wurden mit einem Gesamtnennbetrag von 30 Mio. Euro und einem Zeichnungspreis von 10 Mio. Euro ausgestaltet; Backstop-Investoren sicherten die Platzierung vollständig ab.
Die Aktienemission umfasste eine Einlage von rund 10,58 Mio. Euro durch teilnehmende Anleihegläubiger sowie 1,19 Mio. Euro durch die vom bisherigen Aktionär kontrollierte Project Artemis SCSp. Nach Abschluss sollten die Anbieter der Super Senior Bridge Bonds 15 Prozent, die teilnehmenden Anleihegläubiger 74,9 Prozent und Project Artemis SCSp 10,1 Prozent an der neuen Gesellschafterin halten. Damit zeichnete sich ein grundlegender Eigentümerwechsel ab: Die Anleihegläubiger wurden von Fremd- zu Eigenkapitalgebern und übernahmen die Mehrheit am Unternehmen. Stichtag für die Stimmberechtigung war der 21. Mai 2026, letzter Abstimmungstag der 5. Juni 2026.
8. Juni 2026: Erfolgreicher Abschluss
Am 5. Juni 2026 meldete LR den erfolgreichen Abschluss des am 19. Mai eingeleiteten schriftlichen Verfahrens. Die erforderliche Mehrheit des bereinigten Nennbetrags stimmte für die Änderungen und Verzichtserklärungen. Sowohl die Aktienemission als auch die neue Anleiheemission wurden vollständig gezeichnet. CEO Jörg Körfer bezeichnete den Abschluss als wichtigen Meilenstein zur nachhaltigen Stärkung der Kapitalstruktur.
Die Wirksamkeit stand unter dem Vorbehalt mehrerer bis zum 11. Juni 2026 zu erfüllender Bedingungen, darunter die Kapitalerhöhung bei der neuen Muttergesellschaft Abydos S.à r.l. über rund 11,76 Mio. Euro (Emissionserlös 10 Mio. Euro), die Übertragung sämtlicher Anteile und eines Gesellschafterdarlehens über 4 Mio. Euro auf die Muttergesellschaft sowie der Abschluss der geänderten Anleihebedingungen und der Junior-Bond-Bedingungen über 27,5 Mio. Euro. Der Vollzug der Aktienemission war für den 10. Juni 2026 vorgesehen, die Ausgabe der neuen Anleihen (Nominalvolumen 30 Mio. Euro) für den 17. Juni 2026, die der Junior Bonds für den 15. Juni 2026. Die neuen Anleihen sollen an der Corporate Bond List der Nasdaq Stockholm zugelassen und im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. Die ausstehenden Super Senior Bridge Bonds werden zum 22. Juni 2026 vollständig zurückgezahlt.
Operativer Hintergrund: Das erste Quartal 2026
Parallel zur finanziellen Sanierung verlief das operative Geschäft schwach. Im ersten Quartal 2026 erzielte die LR-Gruppe Warenerlöse von 60,8 Mio. Euro (60.817 TEUR) – ein Rückgang um 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (74.002 TEUR). Der Konzernumsatz nach Erlösminderungen lag bei 60,5 Mio. Euro (60.524 TEUR) und damit 17,4 Prozent unter dem Vorjahreswert (73.260 TEUR). Regional fiel der Einbruch unterschiedlich aus: Die Region Western Europe einschließlich des Heimatmarkts Deutschland brach um 23,2 Prozent auf 31.003 TEUR ein, während die Region Central Eastern Europe mit –11,5 Prozent auf 29.637 TEUR vergleichsweise robuster abschnitt.
Das reported EBITDA halbierte sich nahezu auf 3.296 TEUR (Vorjahr: 7.390 TEUR); bereinigt um Sondereffekte von 1.951 TEUR ergab sich ein normalisiertes EBITDA von 5.247 TEUR (Vorjahr: 8.234 TEUR). Das EBIT sank auf 395 TEUR (Vorjahr: 4.058 TEUR). Belastet durch ein negatives Finanzergebnis von –6.040 TEUR – das die Zinsen der Anleihe 2024/2028 sowie die Emissionsgebühr des neuen Super-Senior-Bonds enthält – schloss das Quartal mit einem Periodenfehlbetrag von –5.755 TEUR (Vorjahr: –478 TEUR). Der durchschnittliche Personalbestand sank auf 1.140 Mitarbeitende (Vorjahresquartal: 1.201). Zudem führte ein vorläufiger Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2025 zu einer Goodwill-Abschreibung von 10.671 TEUR in der Region Western Europe.
Auf der Liquiditätsseite zeigte sich ein gemischtes Bild: Der Free Cashflow ging auf 1.769 TEUR zurück (Vorjahr: 4.214 TEUR); der Zahlungsmittelbestand stieg – vor allem durch den Mittelzufluss aus der Brückenfinanzierung – auf 17.544 TEUR zum 31. März 2026. Einen Ausblick auf Umsatz und EBITDA 2026 stellte das Unternehmen erst gemeinsam mit dem geprüften Jahresabschluss 2025 in Aussicht.
|
Kennzahl (TEUR, sofern nicht anders angegeben) |
Q1 2026 |
Q1 2025 |
+/- |
|---|---|---|---|
|
Warenerlöse gesamt |
60.817 |
74.002 |
–17,8 % |
|
Konzernumsatz (nach Erlösminderungen) |
60.524 |
73.260 |
–17,4 % |
|
– davon Region Western Europe |
31.003 |
40.379 |
–23,2 % |
|
– davon Region Central Eastern Europe |
29.637 |
33.473 |
–11,5 % |
|
EBITDA (reported) |
3.296 |
7.390 |
–55,4 % |
|
EBITDA (normalisiert) |
5.247 |
8.234 |
–36,3 % |
|
EBIT |
395 |
4.058 |
–90,3 % |
|
Finanzergebnis |
–6.040 |
–4.470 |
— |
|
Periodenergebnis |
–5.755 |
–478 |
— |
|
Free Cashflow |
1.769 |
4.214 |
–58,0 % |
|
Mitarbeitende (ø) |
1.140 |
1.201 |
–5,1 % |
Konzernzahlen der LR-Gruppe (ungeprüfter Zwischenbericht Q1 2026). Werte in TEUR, sofern nicht anders angegeben.
Insolvenzgefahr gebannt
Die Restrukturierung der LR Health & Beauty SE ist ein Lehrstück über die Verwundbarkeit fremdfinanzierter Geschäftsmodelle im Direktvertrieb. Innerhalb von rund acht Monaten bewegte sich das Unternehmen vom Covenant-Bruch über die akut benannte Insolvenzgefahr bis zu einer konsensual umgesetzten Sanierung. Der Preis war hoch: Die Altgläubiger tragen über die Abschreibung von Nominalbeträgen und aufgelaufenen Zinsen erhebliche Verluste, der bisherige Aktionär gibt die Kontrolle weitgehend ab. Im Gegenzug wird das Unternehmen entschuldet – die künftige besicherte Verschuldung von 62,5 Mio. Euro liegt deutlich unter dem ursprünglichen Anleihevolumen von 130 Mio. Euro – und mit 20 Mio. Euro frischem Kapital ausgestattet.
Entscheidend bleibt nun die operative Trendwende. Die rückläufigen Umsätze, der überproportionale Einbruch im westeuropäischen Kernmarkt und die Goodwill-Abschreibung zeigen, dass die finanzielle Neuordnung allein nicht genügt. Das vom Gutachter skizzierte Erholungsszenario bis 2028 setzt voraus, dass LR sein Social-Commerce-Modell stabilisiert und wieder auf Wachstumskurs bringt. Mit der abgeschlossenen Restrukturierung hat das Unternehmen sich dafür Zeit und finanziellen Spielraum verschafft – die unternehmerische Bewährungsprobe steht jedoch noch aus.
Chronik im Überblick
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Datum |
Ereignis |
|---|---|
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04.03.2024 |
Begebung der erstrangig besicherten Anleihe 2024/2028 (130 Mio. €, EURIBOR +7,50 %). |
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28.08.2025 |
Ankündigung von Gesprächen über einen möglichen Covenant-Verstoß. |
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20.10.2025 |
Feststellung des Covenant-Bruchs; Stundung der Novemberzinsen; Standstill-Verhandlungen; Beauftragung eines Restrukturierungsgutachtens. |
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14.–28.11.2025 |
Erstes Written Procedure; 69,57 % Zustimmung; erfolgreicher Abschluss am 28.11. |
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23.01.2026 |
Vorläufiges GJ 2025 (EBITDA ~16 Mio. €); IDW-S6-Entwurf von EY-Parthenon; Worst-Case-Quote von rund 6 %. |
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11.02.2026 |
Einigung mit >2/3 der Gläubiger und dem Aktionär (Lock-up-Agreement). |
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06.03.2026 |
Super-Senior-Brückenfinanzierung über 10 Mio. €; Standstill bis Ende Juni 2026. |
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26.03.2026 |
Begebung des Super Senior Unsecured Bond (ISIN NO0013739029). |
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19.05.2026 |
Schriftliches Verfahren zur Umsetzung; Prospekt genehmigt; Einladung zu Anleihe- und Anteilszeichnung. |
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05.06.2026 |
Erfolgreicher Abschluss; Aktien- und Anleiheemission vollständig gezeichnet. |
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10.–22.06.2026 |
Vollzug: Aktienemission (10.06.), Junior Bonds (15.06.), Neue Anleihen (17.06.), Rückzahlung Bridge Bonds (22.06.). |
Wem gehört LR jetzt?
Bis zur Restrukturierung stand hinter LR im Kern ein einziger Eigentümer: An der Spitze des Konzerns stand die Aloco Holding S.à r.l. aus Luxemburg. Das hat sich grundlegend geändert. Die Anleihegläubiger – also diejenigen, die LR über die Anleihe Geld geliehen hatten – verzichteten auf einen großen Teil ihrer Forderungen. Im Gegenzug erhielten sie Anteile an einer neu gegründeten Dachgesellschaft, die nun alleinige Eigentümerin der LR Health & Beauty SE ist. Vereinfacht gesagt: Aus Geldgebern wurden Miteigentümer.
Vorher und nachher im Vergleich
Am deutlichsten wird die Veränderung im direkten Vergleich: Bis Februar 2026 stand mit der Aloco Holding S.à r.l. ein einziger Eigentümer an der Spitze, und die gesamte Verschuldung steckte in einer einzigen Anleihe über 130 Mio. Euro. Seit Juni 2026 sitzt mit der Abydos S.à r.l. eine neue Holding an der Spitze, die von drei Eigentümergruppen getragen wird; die Verschuldung verteilt sich nun auf erstrangig besicherte Anleihen (62,5 Mio. Euro) auf Ebene der LR SE und nachrangige Junior Bonds (27,5 Mio. Euro) auf Holding-Ebene.
Schaubild: Konzern- und Eigentümerstruktur vor und nach der Restrukturierung.
Die neue Dachgesellschaft: Abydos S.à r.l.
Über der operativen LR Health & Beauty SE sitzt seit der Restrukturierung eine neue Holding mit Sitz in Luxemburg – die Abydos S.à r.l. Auf sie wurden sämtliche Aktien der LR SE sowie eine Forderung aus einem bestehenden Gesellschafterdarlehen von 4 Mio. Euro übertragen; sie hält damit 100 Prozent an der operativen Gesellschaft. In diese Holding floss zudem das frische Eigenkapital: Im Rahmen einer Kapitalerhöhung von rund 11,76 Mio. Euro (Emissionserlös 10 Mio. Euro) zeichneten die neuen Eigentümer ihre Anteile. Außerdem begibt die Abydos S.à r.l. die nachrangigen Junior Bonds über 27,5 Mio. Euro, während die erstrangig besicherten Anleihen über 62,5 Mio. Euro weiterhin auf Ebene der LR SE liegen.
Die drei neuen Eigentümergruppen
Bemerkenswert ist, dass sich die Eigentumsanteile exakt aus den jeweiligen Einlagen in die neue Holding ergeben. Die Verteilung an der Abydos S.à r.l. stellt sich nach Abschluss der Maßnahmen wie folgt dar:
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Neuer Miteigentümer |
Anteil |
Einlage |
Wer ist das? |
|---|---|---|---|
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Beteiligte Anleihegläubiger |
rd. 74,9 % |
8,81 Mio. € (bar) |
Frühere Kreditgeber (Anleihe), die sich an der Kapitalmaßnahme beteiligt haben – jetzt Mehrheitseigentümer. |
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Geldgeber der Brückenfinanzierung |
rd. 15,0 % |
1,76 Mio. € (Sacheinlage) |
Anbieter der „Super Senior Bridge Bonds“ über 10 Mio. €; ihr Beitrag entspricht der eingebrachten „Mandatory Issuance Fee“. |
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Project Artemis SCSp |
rd. 10,1 % |
1,19 Mio. € |
Vom bisherigen Eigentümer kontrolliert – der frühere Alleineigentümer bleibt mit einer kleinen Minderheit beteiligt. |
|
Summe |
100 % |
11,76 Mio. € |
Gesamte Kapitalerhöhung bei der neuen Holding Abydos S.à r.l. |
Schlussendlich heißt das: Die früheren Kreditgeber halten zusammen rund 90 Prozent und damit klar die Mehrheit; der bisherige Eigentümer ist über die Project Artemis SCSp nur noch mit gut 10 Prozent dabei. Statt einer reinen Kreditbeziehung tragen die neuen Eigentümer nun unternehmerisches Risiko – sie profitieren, wenn LR sich erholt, und verlieren, wenn das Geschäft schwach bleibt.






























