Das Direktvertriebsunternehmen USANA Health Sciences (NYSE: USNA) aus Salt Lake City verzeichnete im dritten Quartal 2025 einen Umsatz von 214 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von sieben Prozent gegenüber den 200 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum entspricht. CEO des Unternehmens ist Jim Brown. Die Zahlen sollten jedoch nicht täuschen, denn die Direktvertriebssparte musste einen Umsatzverlust von 11,4 Prozent hinnehmen.Â
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Alle Umsätze von USANA für das dritte Quartal 2025
| Region/Markt | Q3 2025 (Mio. USD) | Q3 2024 (Mio. USD) | Veränderung | Anteil am Gesamtumsatz |
|---|---|---|---|---|
| Asien-Pazifik gesamt | 139,4 | 160,1 | -12,9% | 65,3% |
| Greater China | 92,6 | 102,3 | -9,5% | 43,3% |
| Südostasien-Pazifik | 29,2 | 37,3 | -21,7% | 13,7% |
| Nordasien | 17,7 | 20,5 | -13,9% | 8,3% |
| Amerika und Europa | 36,4 | 38,4 | -5,2% | 17,0% |
| Direct Selling gesamt | 175,8 | 198,5 | -11,4% | 82,3% |
| Hiya (DTC) | 30,8 | — | — | 14,4% |
| Sonstiges | 7,0 | 1,8 | +299% | 3,3% |
| Konzern gesamt | 213,7 | 200,2 | +6,7% | 100,0% |
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Rückläufiges Kerngeschäft trotz Gesamtwachstum
Das traditionelle Direktvertriebsgeschäft des Unternehmens verzeichnete einen Umsatzrückgang von 11,4 Prozent auf 175,8 Millionen US-Dollar. „Wir haben unseren verbesserten Brand Partner-Vergütungsplan während des dritten Quartals eingeführt“, erklärte CEO Jim Brown. Das kommerzielle Team arbeitet aktiv daran, Brand Partner in den globalen Märkten zu schulen und zu unterstützen, um den neuen Plan zu nutzen.
Die Zahl der aktiven Kunden im Direct Selling sank von 452.000 auf 388.000 – ein Rückgang von 14 Prozent. Dabei zählte das Unternehmen 168.000 aktive Brand Partner und 220.000 aktive Preferred Customers zum Ende des Quartals.
Hiya-Übernahme kompensiert Verluste im Direktvertrieb
Das erst 2025 übernommene Direct-to-Consumer-Geschäft Hiya trug mit 30,8 Millionen US-Dollar erheblich zum Konzernumsatz bei und verhinderte einen Gesamtumsatzrückgang. Hiya verzeichnete 193.400 aktive monatliche Abonnenten. „Hiya hat im bisherigen Jahresverlauf ein Umsatzwachstum von 26 Prozent geliefert“, berichtete Brown. Das Unternehmen hält 78,8 Prozent der Anteile an dem Kindernahrungsergänzungsmittel-Hersteller.
Die Integration schreite voran, einschließlich des Übergangs zu einem neuen Logistikpartner. USANA plane, die Hiya-Produkte in den kommenden Monaten in die eigene Produktion zu übernehmen.
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Greater China bleibt wichtigster Einzelmarkt
Mit 92,6 Millionen US-Dollar Umsatz stellte die Region Greater China weiterhin den größten Einzelmarkt dar, auch wenn die Erlöse um 9,5 Prozent sanken. Der Markt machte 43,3 Prozent des Konzernumsatzes aus. Die Anzahl der aktiven Kunden in Greater China fiel von 243.000 auf 210.000.
Südostasien-Pazifik verzeichnete mit minus 21,7 Prozent den stärksten Umsatzrückgang unter den Hauptregionen auf 29,2 Millionen US-Dollar. Die aktiven Kunden sanken dort von 76.000 auf 61.000.
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Operative Verluste durch höhere Investitionen
Das operative Ergebnis sank von 15,6 Millionen US-Dollar Gewinn im Vorjahr auf nur noch 1,2 Millionen US-Dollar. Die Brand Partner-Provisionen betrugen 77,7 Millionen US-Dollar oder 36,4 Prozent vom Umsatz, verglichen mit 84,1 Millionen US-Dollar oder 42,0 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Die Vertriebs-, Verwaltungs- und allgemeinen Kosten stiegen auf 86,0 Millionen US-Dollar, was 40,2 Prozent des Umsatzes entsprach. Im Vorjahr lagen diese bei 61,3 Millionen US-Dollar oder 30,6 Prozent. CFO Doug Hekking erklärte: „Die kurzfristige Rentabilität wurde im dritten Quartal durch schwächer als erwartete Umsätze, erhebliche Investitionen zur Unterstützung der Einführung unseres verbesserten Brand Partner-Vergütungsplans und eine Änderung des geschätzten effektiven Jahressteuersatzes belastet.“
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Steuerliche Sonderbelastung verschärft Quartalsverlust
Eine außergewöhnliche Steuerbelastung trug maßgeblich zum Quartalsverlust bei. Der effektive Steuersatz stieg von den geplanten 45 Prozent auf 65 Prozent. „Die Anpassung war etwa 7,6 Millionen US-Dollar höher als mit dem zuvor kommunizierten Steuersatz von 45 Prozent erwartet worden wäre“, erläuterte Hekking.
Das Unternehmen verbuchte Steuern in Höhe von 8,5 Millionen US-Dollar bei einem Vorsteuergewinn von nur 1,8 Millionen US-Dollar. Die Konzentration von Betriebs- und Verwaltungskosten in den USA bei gleichzeitig niedrigeren Erträgen führte zu dieser unverhältnismäßigen Steuerbelastung.
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Kostenreduzierungsprogramm angekündigt
Das Management reagierte auf die schwache Entwicklung mit einem umfassenden Restrukturierungsprogramm. „Wir haben einen umfassenden Prozess initiiert und führen ihn aus, um alle Kosten im gesamten Unternehmen global an unser aktuelles Umsatzniveau anzupassen“, kündigte CFO Hekking an.
Für das vierte Quartal erwarte USANA einmalige Belastungen von 4,7 Millionen US-Dollar aus diesem Restrukturierungsprogramm. Die tatsächlichen Kosten und Details würden mit den Jahresergebnissen Anfang 2026 bekannt gegeben.
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Jahresprognose deutlich nach unten korrigiert
USANA senkte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025 erheblich. Der Konzern erwartet nun einen Jahresumsatz von 920 Millionen US-Dollar, am unteren Ende der bisherigen Spanne von 920 Millionen bis 1 Milliarde US-Dollar.
Der erwartete Nettogewinn wurde von 29 bis 41 Millionen US-Dollar auf nur noch 15 Millionen US-Dollar reduziert. Der verwässerte Gewinn je Aktie soll bei 0,78 US-Dollar liegen, statt der zuvor prognostizierten 1,50 bis 2,20 US-Dollar. Das bereinigte EBITDA wurde von 107 bis 123 Millionen auf 98 Millionen US-Dollar gesenkt.
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Direktvertriebsgeschäft unter Druck
Für das Direktvertriebsgeschäft prognostiziert USANA einen Jahresumsatz von etwa 788 Millionen US-Dollar. Das würde einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr entsprechen, als dieser Bereich noch ohne Hiya den Hauptumsatz generierte.
Das Unternehmen verwies darauf, dass das Geschäftsjahr 2025 mit 53 Wochen eine zusätzliche Verkaufswoche gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 umfasse. Zuletzt hatte USANA im Geschäftsjahr 2020 ein 53-Wochen-Jahr verzeichnet.
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Solide Bilanz trotz operativer Schwäche
USANA beendete das Quartal mit 145 Millionen US-Dollar an Barmitteln und ohne Schulden. Das Unternehmen verfügt über eine Aktienrückkaufermächtigung, von der zum Quartalsende noch 34 Millionen US-Dollar nicht ausgenutzt waren.
Die Bilanzsumme betrug 727 Millionen US-Dollar, wobei der Goodwill mit 144 Millionen US-Dollar und immaterielle Vermögenswerte mit 138 Millionen US-Dollar zu Buche standen – größtenteils aus der Hiya-Übernahme. Das Eigenkapital belief sich auf 528 Millionen US-Dollar.






























