Süd- und Lateinamerika zählen zu den dynamischsten Regionen im globalen Direktvertrieb und Network Marketing. Laut der World Federation of Direct Selling Associations (WFDSA) erzielten die Unternehmen in der Region im Jahr 2024 einen Gesamtumsatz von 24.260 Millionen US-Dollar, was rund 14,8 Prozent des weltweiten Branchenumsatzes von 163,863 Milliarden US-Dollar entspricht. Gleichzeitig waren über 12,2 Millionen Vertriebspartner für ein Direct-Selling- oder Network-Marketing-Unternehmen in der Region tätig – ein Anteil von 11,7 Prozent an der globalen Basis von 104,3 Millionen Menschen.
Brasilien und Mexiko dominieren die Region
Die Region zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt an Marktstrukturen aus. Während Brasilien und Mexiko als etablierte Milliarden-Dollar-Märkte den Großteil des Umsatzes auf sich vereinen, haben sich auch Länder wie Kolumbien, Argentinien und Peru als bedeutende Märkte positioniert. Ein besonderes Merkmal ist der hohe Frauenanteil unter den Vertriebspartnern: Mit 81 Prozent liegt er deutlich über dem globalen Durchschnitt von 72,1 Prozent, was die Bedeutung des Direktvertriebs als wirtschaftliche Chance für Frauen in Lateinamerika unterstreicht.
Umsatz und Vertriebspartner 2024 in der Region Süd- und Lateinamerika
Land | Umsatz in Mio. US-$ | Vertriebspartner |
|---|---|---|
Brasilien | 7.844 | 2.751.071 |
Mexiko | 6.842 | 3.731.000 |
Kolumbien | 2.541 | 2.550.934 |
Argentinien | 2.362 | 648.000 |
Peru | 2.148 | 695.685 |
Ecuador | 925 | 396.000 |
Zentralamerika/Karibik | 718 | 566.007 |
Chile | 458 | 363.287 |
Bolivien | 350 | 449.210 |
Uruguay | 45 | 38.682 |
Sonstige Süd- und Zentralamerika | 28 | 25.127 |
Gesamt | 24.260 | 12.215.003 |
Umsätze auf geschätzter Einzelhandelsebene, exklusive Mehrwertsteuer. Umrechnung in US-Dollar auf Basis der durchschnittlichen IWF-Wechselkurse 2024.
Argentinien war 2024 ein hochinflationärer Markt mit einer Inflationsrate von 220 Prozent laut IWF. Venezuela wurde aufgrund wirtschaftlicher Instabilität von der Berichterstattung ausgesetzt.
Quelle: WFDSA Global Annual Direct Selling Statistical Data Report, November 2025. © Copyright WFDSA 2025.
Die führenden Märkte und ihre Besonderheiten
Brasilien ist der mit Abstand größte Markt der Region und belegt global den siebten Rang unter den umsatzstärksten Direktvertriebsmärkten. Allein auf das Land entfallen rund 32,3 Prozent des regionalen Gesamtumsatzes. Das Produktportfolio wird maßgeblich von Kosmetik und Körperpflege geprägt, die etwa 33 Prozent des Umsatzes ausmachen, ergänzt durch Haushaltswaren mit zwölf Prozent und Wellness-Produkte mit fünf Prozent. Der Frauenanteil unter den Vertriebspartnern liegt bei 85 Prozent.
Mexiko folgt als zweitgrößter Markt mit einem Anteil von 28,2 Prozent am Regionalumsatz und verfügt zugleich über die größte Vertriebspartnerbasis in ganz Süd- und Lateinamerika. Bemerkenswert ist der hohe Wellness-Anteil von 36 Prozent, der das Land zum führenden Wellness-Markt der Region macht. Kosmetik und Körperpflege tragen mit 43 Prozent ebenfalls erheblich zum Umsatz bei, während der Frauenanteil mit 73 Prozent unter dem regionalen Durchschnitt liegt.
Kolumbien hat sich als viertgrößter Markt in der gesamten Americas-Region etabliert und zeichnet sich durch eine besonders große Vertriebspartnerbasis aus, die fast so groß ist wie die brasilianische – bei deutlich geringerem Umsatzvolumen. Kosmetik und Körperpflege dominieren dort mit 47 Prozent, ergänzt durch Haushaltswaren mit zehn Prozent. Der Frauenanteil beträgt 83 Prozent.
Argentinien – Sonderfaktor Inflation
Argentinien nimmt im WFDSA-Bericht 2024 eine besondere Stellung ein, da das Land mit einer Inflationsrate von 220 Prozent (laut Internationalem Währungsfonds) ein hochinflationärer Markt war. Ein großer Teil des nominalen Umsatzanstiegs ist daher auf die Preisentwicklung zurückzuführen. Der argentinische Direktvertriebsverband CAVEDI ordnet die Entwicklung dennoch positiv ein und verweist auf eine wirtschaftliche Erholung, gelockerte Importregelungen sowie eine zunehmende Währungsstabilisierung als Treiber.
Auffällig ist der Frauenanteil von 95 Prozent – der höchste in der gesamten Region. Im Produktmix dominiert Kosmetik und Körperpflege mit 45 Prozent, gefolgt von Haushaltswaren mit 13 Prozent, während der Wellness-Anteil mit vier Prozent den geringsten Wert unter allen größeren Märkten der Region aufweist.
Peru, Ecuador und Chile im Profil
Peru zählt weiterhin zu den globalen Milliarden-Dollar-Märkten und weist die stärkste Konzentration auf Kosmetik und Körperpflege in der Region auf: 61 Prozent des Umsatzes entfallen auf diese Kategorie. Wellness-Produkte tragen 17 Prozent und Haushaltswaren 16 Prozent bei, was insgesamt ein recht ausgewogenes Produktportfolio ergibt. Der Frauenanteil liegt bei 82 Prozent.
Ecuador nähert sich mit knapp einer Milliarde US-Dollar Umsatz der Milliarden-Dollar-Marke und weist mit 23 Prozent nach Mexiko den zweithöchsten Wellness-Anteil in der Region auf. Chile verzeichnet hingegen eine breitere Produktdiversifikation, bei der neben Kosmetik mit 59 Prozent auch Haushaltswaren mit 18 Prozent einen beachtlichen Anteil erzielen.
Weitere Märkte der Region
Neben den größeren Märkten tragen auch die kleineren Länder zum Gesamtbild bei. Bolivien hat mit rund 449.000 Vertriebspartnern eine überraschend große Vertriebsbasis – größer als die von Chile oder Ecuador –, was auf eine starke Verbreitung des Geschäftsmodells im Land hindeutet. Die dort erhobenen Daten basieren allerdings ausschließlich auf Mitgliedsunternehmen des nationalen Verbandes. Zentralamerika und die Karibik bilden zusammen einen Markt mit über einer halben Million Vertriebspartnern, der eine Vielzahl kleinerer Volkswirtschaften von Costa Rica über die Dominikanische Republik bis Panama umfasst.
Produktkategorien im regionalen Vergleich
Die Produktlandschaft in Süd- und Lateinamerika unterscheidet sich in einigen Aspekten deutlich vom globalen Durchschnitt. In der gesamten Americas-Region dominieren Kosmetik und Körperpflege mit 30,3 Prozent – deutlich mehr als die global gemessenen 22,8 Prozent. Wellness-Produkte belegen mit 25,4 Prozent den zweiten Platz, gefolgt von Haushaltswaren und Gebrauchsgütern mit 11,4 Prozent. Finanzdienstleistungen spielen in der Americas-Region mit 9,5 Prozent eine wesentlich größere Rolle als im globalen Schnitt von 5,2 Prozent.
Innerhalb der lateinamerikanischen Länder zeigen sich dabei bemerkenswerte Unterschiede in der Gewichtung: Die Spannbreite beim Wellness-Anteil reicht von vier Prozent in Argentinien bis 36 Prozent in Mexiko, während der Kosmetik-Anteil zwischen 33 Prozent in Brasilien und 61 Prozent in Peru und Ecuador variiert. Diese Unterschiede spiegeln die jeweiligen Konsumgewohnheiten und die Ausrichtung der dort tätigen Unternehmen wider.
Position im globalen Ranking
Zwei Länder der Region – Brasilien und Mexiko – gehören zu den Top 10 der weltweit umsatzstärksten Direktvertriebsmärkte und belegen global den siebten beziehungsweise achten Rang. Ferner sind mit Kolumbien, Argentinien und Peru drei weitere Länder unter den 21 globalen Milliarden-Dollar-Märkten vertreten, die zusammen 92 Prozent des weltweiten Branchenumsatzes auf sich vereinen. Innerhalb der Americas-Region, die Nordamerika einschließt, entfallen rund 39,6 Prozent des Gesamtumsatzes auf die süd- und lateinamerikanischen Märkte – ein Beleg für das wirtschaftliche Gewicht und das Potenzial des Network Marketings in dieser Region.
Datenquelle: WFDSA – World Federation of Direct Selling Associations, Global Annual Direct Selling Statistical Data Report, November 2025.
Alle Umsatzdaten auf geschätzter Einzelhandelsebene, exklusive Mehrwertsteuer. Umrechnung in US-Dollar auf Basis durchschnittlicher IWF-Wechselkurse 2024.






























