Tiefkühlgiganten: Bofrost stabil – Eismann mit rückläufigen Umsätzen

Zusammen stehen die als Direktvertriebe aufgestellten Tiefkühl-Heimlieferservices Bofrost und Eismann, beides Firmen aus NRW, für knapp 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz, wovon über 80 Prozent auf Bofrost und weniger als 20 Prozent auf Eismann entfallen.

691 Millionen Euro macht der reine Deutschlandumsatz bei Bofrost

Neben Deutschland beliefert die Bofrost Dienstleistungs GmbH und Co. KG auch Haushalte in Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien und Spanien.

Mit 691 Millionen Euro macht der reine Deutschlandumsatz im Wirtschaftsjahr 2019/2020 rund 57 Prozent des gesamten Verkaufs aus. Damit ist Bofrost aus Straelen, Nähe Düsseldorf, in Deutschland rund viereinviertelmal so groß wie das ebenfalls aus der Nähe Düsseldorfs stammende Unternehmen Eismann mit Sitz in Mettmann.

Josef H. Boquoi gründete Bofrost 1966

Europaweit handelt es sich um den größten Direktvertrieb von Tiefkühlkost und Speiseeis. Josef H. Boquoi gründete das bis heute in Familienbesitz befindliche Unternehmen 1966 im niederrheinischen Issum. Stand 29. Februar 2020 betrug die Gesamtzahl aller Mitarbeiter in Europa 10.668 (Anteil Deutschland 6.022). Seinen Kunden beliefert Bofrost aus europaweit 246 Niederlassungen heraus (Anteil Deutschland 115). Vier Millionen Kundenhaushalte werden im alten Kontinent von 5.459 Verkaufsfahrzeugen angefahren. Davon entfallen auf Deutschland 2.789 Fahrzeuge für den Bedarf von 2,2 Millionen Kundenhaushalten.

2019 führten die Straelener das Nutri-Score-System ein

Bofrost wurde mehrfach für die Nachhaltigkeit seiner Verpackungen ausgezeichnet. 2016 belegte der Online-Shop in der Kategorie Lebensmittel im Rahmen einer Kundenbefragung durch das Deutsche Institut für Service-Qualität Platz 3 von insgesamt an Hand der Kriterien Angebot, Kundenservice und Internetauftritt bewerteten 42 Unternehmen. Zum Jahresbeginn 2019 führten die Straelener das Nutri-Score-System ein. Beim Nutri-Score-System handelt es sich um einen Punktwert, der auf der Basis der Nährwerte und Inhaltsstoffe eine Gesamtbewertung darstellt, die den Verbraucher darüber informiert, inwieweit ein Produkt zu einer ausgewogenen Ernährung beträgt.

All dies hat sicherlich mit dazu beigetragen, dass sich Familie Boquoi in Deutschland circa 70 Prozent des gesamten Markts für Tiefkühlkost und Eiscreme sichern konnte.

Eismann Tiefkühl-Heimservice wurde 1974 als Tochterunternehmen der Milchhof-Eiskrem GmbH & Co. KG gegründet

Die Eismann Tiefkühl-Heimservice wurde 1974 als Tochterunternehmen der Milchhof-Eiskrem GmbH & Co. KG gegründet und begann noch im gleichen Jahr mit dem Direktvertrieb von Tiefkühlkost, Torten und Eis. Von den 273,51 Millionen Euro Jahresumsatz entfallen 162,8 Millionen auf Deutschland und 110,71 Millionen auf das europäische Ausland sowie Brasilien.

Zum 31. Dezember 2019 beschäftigte Eismann insgesamt 691 Mitarbeiter. Hinzu kommen 1.614 Personen, die als freie Handelsvertreter oder Franchise-Nehmer mit Eismann zusammenarbeiten. In Europa plus Brasilien werden die bestellten Lebensmittel von über 220 Vertriebsstellen aus mit Kühlfahrzeugen an die Endverbraucher ausgeliefert.

90 dieser Vertriebsstellen befinden sich in Deutschland, denn die klassische Säule des Geschäfts ist der Verkauf von Tiefkühlgemüse, Fisch, Fleisch oder Eiscreme der gehobenen Preisklasse über selbstständige Handelsvertreter an Endverbraucher. Hier ist das Unternehmen aus Mettmann die Nummer 2 hinter Bofrost. Doch aufgrund der seit 2008 kontinuierlichen Umsatzverluste bleibt der Schuster nicht länger bei seinem Leisten.

Westermeyer setzt zusätzlich auf den Vertrieb über Supermärkte.

Eismann-Chef Elmar Westermeyer setzt zusätzlich auf den Vertrieb über Supermärkte. Vor allem in städtischen Regionen findet sich Eismann-Ware in den Kühlregalen von inzwischen rund 500 solcher Lebensmittelläden – Stand März 2020, Tendenz steigend. Nicht nur im Wettbewerb mit Branchenprimus Bofrost, sondern auch gegen die in den letzten Jahren hinzugekommene Konkurrenz wie Besser zuhause genießen, Heimfrost, FRoSTA Onlineversand, myTime.de, Amazon Fresh und Rewe Online will Eismann so besser bestehen. (FW)

Jetzt Artikel in unserer Ausgabe 04-2021 lesen

 

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