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Ponzi-Systeme: Auf den Spuren des Betrügers Charles Ponzi

Charles Ponzi kam gegen Ende des zweiten Jahrzehnts im zwanzigsten Jahrhundert auf seine Idee der wundersamen Geldvermehrung. Damals gab es weltweit zu beziehende und auch gültige internationale Antwortcoupons als Postwertzeichen. Ponzi kaufte diese global akzeptierten Marken in Ländern mit hoher Inflationsrate ein, um sie anschließend in Ländern mit stabiler Währung einzulösen und so Gewinn zu machen.

Das Ponzi-System

Er nutzte die Kaufkraft der Coupons zur Gründung seines Unternehmens „Securities Exchange Company“ und gab eigene Schuldscheine heraus. Investoren konnten diese Schuldscheine zu zwei Dritteln des Nennwertes erwerben und nach nur 90 Tagen zum vollen Wert einlösen. So wurden in drei Monaten aus 100 US-Dollar 150 US-Dollar.

Zu Anfang überwog bei den meisten Menschen die Skepsis und es wurde lediglich für kleinere Beträge gekauft. Da das System jedoch reibungslos funktionierte, wurden die investierten Beträge immer höher und gingen bald in die Tausende. Ponzis Unternehmen wuchs rasch zu einem Imperium heran, die Laufzeit der Schuldscheine wurde auf 45 Tage verkürzt und sein Geschäft erlebte eine Explosion.

Die Renditen der Altanleger wurden mit den Geldern der Neuanleger finanziert. Dies funktionierte so lange reibungslos, bis die Grenze des möglichen Wachstums erreicht wurde. Danach brach das ganze System wie ein Kartenhaus zusammen. Die internationalen Antwortcoupons, mit denen die hohen Renditen für die Anleger ermöglicht werden sollten, existierten nicht, weil Ponzi lediglich im Gegenwert von 100 US-Dollar gekauft hatte.

Ponzi hatte das von Adele Spitzeder um 1870 in München praktizierte illegale Pyramidensystem verfeinert. Letztlich funktionieren Ponzi & Co. nach wie vor, weil sich immer wieder genug Dumme finden, die auf exorbitante Renditeversprechen hereinfallen. Beste Beispiele der jüngsten Vergangenheit gemäß Ponzi-Systematik sind OneCoin, BitClub oder das Investment-Karussell von Bernie Madoff I (FW)

14 Jahre Haft und ein Jahr Zwangsarbeit für Ponzi

Nachdem die Medien auf Ponzis Reichtum aufmerksam wurden, nahm das Finanzamt sein Vermögen unter die Lupe. Anstelle der errechneten 160 Millionen Antwortcoupons fanden sich nur wenige solcher Scheine in seinem Besitz. Nachdem dann die Presse über Ponzis Vorstrafen berichtete, erkannten die Anleger, dass sie betrogen worden waren und verlangten ihr Geld zurück. Rund 40.000 Kunden hatten ihm gut 15 Millionen US-Dollar anvertraut. Im Rahmen der Durchsuchung seiner Büroräume konnten jedoch lediglich 1,5 Millionen sichergestellt werden. Schließlich bekannte sich Charles Ponzi auf Drängen seiner Frau schuldig und wurde im November 1920 zu fünf und zusätzlich zu zwischen sieben und neun Jahren Gefängnis plus einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt.

So erkennt man illegale Ponzi-Systeme

Zusammenfassend lassen sich Ponzi-Systeme recht einfach als solche erkennen. Produkte im herkömmlichen Sinn existieren nicht, weil es nur darum geht, Geld einzusammeln und umzuverteilen. Eine Organisationsstruktur ist ebenso wenig vorhanden wie ein Vergütungsplan. Auf den ersten Blick wirkt das Ganze wie ein hochspekulatives Bankgeschäft. Der Zeitpunkt des Einstiegs ist trotz fehlender hierarchischer Struktur wichtig, da er den Termin für die zu erwartende Auszahlung verbindlich festlegt und die Anzahl der noch kommenden Neuanleger größer ist, wenn das System erst kurze Zeit läuft. Ponzi-Betrügereien sind kurzlebig und verschwinden genauso schnell vom Markt, wie sie auftauchen. Spätestens dann gilt: Den Letzten beißen die Hunde. Das Ganze ist auf einen permanenten Zufluss von Neueinsteigern angewiesen, ohne den es sofort zusammenbricht. Deswegen: Finger weg!

Charles Ponzi
Charles Ponzi wurde am 3. März 1882 in Parma, Italien, als Carlo Pietro Giovanni Guglielmo Tebaldo Ponzi geboren. Er wanderte im November 1903 in die USA ein und arbeitete dort in einem Restaurant, das ihn aber wegen Betrügereien wieder entließ. Nach diversen Gefängnisstrafen wurde er am 7. Oktober 1934 auf ein Schiff nach Italien gesetzt. Für seine Landsleute, ob in den USA oder auch in Italien selbst, galt er trotz seiner Betrügereien als Held. Benito Mussolini betraute ihn von 1939 bis 1942 mit der Leitung der brasilianischen Filiale der staatlichen italienischen Fluggesellschaft Ala Littoria. Nach seiner Entlassung bei der Airline scheiterte er auch als Hotelmanager. Schließlich starb Charles Ponzi fast blind und halbseitig gelähmt nach einem Hirnschlag 1949 in der Armenabteilung eines Spitals in Rio de Janeiro.

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