THE NEXT WAVE – Zeitenwende im Direct Selling 

In den nächsten zehn Jahren dürfte die Direct-Selling-Branche vor dem größten Umbruch und den größten Herausforderungen stehen, die es jemals gab. 

  • Generationen Y und Z bestimmen Zukunft im Network
  • Das Internet hat die Welt verändert
  • Social-Media-Plattformen sind Kontaktbörse für Vertrieb
  • Millionen Mikro-Influencer auf der Suche nach Produkten
  • Hightech-Online-Tools werden Voraussetzung
  • Neue Vergütungspläne werden den alten Breakawy ablösen
  • Das Broadcast-Studio wird das Präsenz-Event ablösen
  • Network-Unternehmen werden zum Hightech-Full-Service-Dienstleister

»» Jetzt hier DIGITAL MAGAZINE kostenlos lesen

Im Network-Marketing ist eine permanente Nachjustierung der Etappenziele erforderlich

Unter permanenter Nachjustierung ist auf ein Engagement im Direct Selling, Network-Marketing und Affiliate-Marketing über Social Commerce-Plattformen bezogen vom Prinzip her das Gleiche zu verstehen wie unter Controlling im Zusammenhang mit der Lenkung von Unternehmen.

Beide, der Solo-Selbstständige wie auch die Firma mit x-beliebig vielen abhängig Beschäftigten, bewegen sich im Idealfall auf einer Art Leitstrahl in Richtung klar definierter Ziele. Das Controlling beziehungsweise die permanente Nachjustierung übernehmen dabei die Rolle des in modernen KFZ immer häufiger anzutreffenden Spurhalteassistenten, der den Fahrer vor dem unabsichtlichen Verlassen einer Fahrspur schützt. Hierbei wird zwischen Systemen ohne Lenkunterstützung und solchen mit Lenkunterstützung, die selbsttätig korrigierend eingreifen, unterschieden.

Ein vergleichbares Tool für Gewerbetreibende gibt es nicht. Eigenständig vorgenommene regelmäßige Soll-Ist-Vergleiche und die daraus folgenden Korrekturen obliegen vom Einzelunternehmer bis hin zu den Lenkern globaler Konzerne so den Menschen selbst. Menschen, die sich im Vertrieb engagieren, sichert permanente Nachjustierung den kürzesten Weg zum maximalen Erfolg. 

KONTAKTLISTE AKTUALISIEREN

Die Kontaktliste ist gerade zu Beginn einer Solo-Selbstständigkeit im Vertrieb wertvollstes Asset des neugeborenen Unternehmens, stellt sie doch den sogenannten warmen Markt für die Dienstleistungen und/oder Produkte sowie die Weitergabe des Geschäftskonzeptes dar. Diesen Wert gilt es zu pflegen und nicht nur zu erhalten, sondern im Laufe der Zeit zu steigern. Schnell sind die im Rahmen von Startertrainings gerne ins Feld geführten 100 Namen nebst Kontaktmöglichkeit aufgebraucht und selbst wenn das Smartphone deutlich mehr Einträge aufweist, scheint das Reservoir endlich.

Tatsächlich aber ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, die Kontaktliste zu aktualisieren, die es zu nutzen gilt. Sie ist nicht statisch, sondern sollte als permanent wachsendes organisches Gebilde betrachtet werden. Partys, Urlaubs- und Geschäftsreisen, grundsätzlich alle Gelegenheiten, bei denen Menschen zusammenkommen, sind der pure Dünger für die Kontaktliste.   

ZIELE ANPASSEN

Im Vertrieb definieren Ziele, in welcher Zeit ein bestimmtes Umsatz- und damit verbundenes Karriereziel erreicht werden soll. Dazu liefern die eigenen, auf das Leben insgesamt bezogenen Wünsche, Träume und Ziele das Motiv, das Ganze in Angriff zu nehmen. Beides sollte schriftlich und von Zeitpunkt und Umfang her klar definiert festgehalten werden, damit es a) nicht auf einen frommen Wunsch reduziert bleibt und b) etwas Konkretes vorhanden ist, das eventuell angepasst werden kann. Ausgehend von Tageszielen ergeben sich Wochen-, Monats-, Quartals- und Jahresziele.

Wer von Montag bis Freitag fünf Kontakte täglich machen will und montags nur auf einen Kontakt kommt, muss seine Tagesziele für den Rest der Woche von fünf auf sechs Kontakte ändern, um sein Wochenziel zu erreichen. Wer eine Karriereposition früher als geplant erreicht, sollte sich nicht ausruhen, sondern die Zeitpunkte zur Erreichung der nächst höheren Ränge in seiner Zielplanung entsprechend vorverlegen.

STETE SELBSTREFLEKTION

Jede unternehmerische Tätigkeit erfordert persönliches Wachstum, einhergehend mit dem Erlernen aller Fähigkeiten, die für den Erfolg auf dem Feld der gewählten Selbstständigkeit wichtig sind. Anstelle der im Rahmen von Ausbildungen erfolgenden Benotungen, die Auskunft über individuelle Stärken und Schwächen geben, tritt beim Einzelunternehmer die Selbstreflexion.

Diese birgt die Gefahr, sich selbst besser zu sehen, als man wirklich ist. Hier kann zu Anfang ein erfahrener Mentor helfen. Jemand, der im Idealfall das schon geschafft, was man selbst in Angriff nimmt. Wer es aber im Vertrieb wirklich bis ganz in die Spitze schaffen will, sollte dazu in der Lage sein, sich selbst und seine Leistung ohne die sprichwörtliche rosafarbene Brille zu sehen. Heißt, sich die richtigen Fragen zu stellen und diese ehrlich, sich selbst gegenüber zu beantworten.

Habe ich diese Woche genügend Kontakte gemacht? Reagiere ich richtig auf die häufigsten Einwände? Kann ich meine neuen Teampartner optimal supporten? Typische Fragen, ohne die es in einem Learning-by-Doing-Business wie Direct Selling nicht geht. Ohne stete Selbstreflexion sind Stagnation und vorzeitige Aufgabe vorprogrammiert. (FW)