Das Network-Marketing-Unternehmen Forever Living Products Germany GmbH hat das Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresfehlbetrag von 0,8 Millionen Euro abgeschlossen, nach einem Jahresüberschuss von 1,0 Million Euro im Vorjahr. Das Rohergebnis sank um 6,8 Prozent auf 33,1 Millionen Euro. Geschäftsführer Peter Boots bezeichnete die Entwicklung trotz des negativen Ergebnisses als „zufriedenstellend“, da 1,7 Millionen Euro des Verlusts auf einmalige Sondereffekte durch die Systemumstellung zurückzuführen seien. Forever Living Products gehört zu den umsatzstärksten und stabilsten Unternehmen im Network Marketing und ist weltweiter Marktführer im Bereich mit Aloe-Vera-Produkten.
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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen belasten Geschäftsentwicklung
Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland mit einem BIP-Rückgang von 0,3 Prozent und einer Inflationsrate von 5,9 Prozent im Jahr 2023 wirkte sich negativ auf das Geschäft des Aloe-Vera-Spezialisten aus. Der private Konsum ging im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8 Prozent zurück, was hauptsächlich auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen ist, heißt es im Lagebericht. Besonders die Nahrungsmittelpreise stiegen um 12,4 Prozent, während die Energiepreise um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr anzogen.
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Systemumstellung führt zu außerordentlichen Belastungen
Die Umstellung vom bisherigen ERP-System „DiSellCo“ auf die neue Software „Titan“ im Juni 2023 verursachte Verluste aus Anlagenabgängen in Höhe von 1,655 Millionen Euro. Diese außerordentlichen Aufwendungen belasteten das Jahresergebnis erheblich. Zudem führte die neue Systemarchitektur zu einer geänderten Verbuchung der Bonusvergütungen: Der persönliche Rabatt der Forever Business Owner wird seit Juni 2023 umsatzmindernd gebucht, was einen Effekt von rund 2,0 Millionen Euro ausmachte.
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Kennzahlen des Geschäftsjahres 2023
| Kennzahl | 2023 | 2022 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Rohergebnis | 33,1 Mio. EUR | 35,5 Mio. EUR | -6,8% |
| Jahresergebnis | -0,8 Mio. EUR | 1,0 Mio. EUR | -1,8 Mio. EUR |
| Bilanzsumme | 15,9 Mio. EUR | 17,4 Mio. EUR | -8,6% |
| Eigenkapitalquote | 54,8% | 54,7% | +0,1 Prozentpunkte |
| Liquide Mittel | 11,4 Mio. EUR | 11,0 Mio. EUR | +3,6% |
| Mitarbeiter | 44 | k.A. | – |
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Vertriebsprovisionen betrugen 19,1 Millionen Euro
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 0,8 Millionen Euro auf 29,8 Millionen Euro. Den größten Anteil machten dabei die Vertriebsprovisionen mit 19,1 Millionen Euro aus, gefolgt von Fracht-, Lager- und Verpackungskosten mit 2,9 Millionen Euro. Die Aufwendungen für Veranstaltungen stiegen moderat auf 1,0 Millionen Euro, während die Beratungskosten mit 1,7 Millionen Euro nahezu konstant blieben. An die Lizenzgeberin Aloe Vera of America Inc. in Dallas entrichtet das Unternehmen 0,25 Prozent der Umsatzerlöse als Lizenzgebühren.
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Personalaufwand steigt deutlich
Der Personalaufwand erhöhte sich um 16,2 Prozent auf 3,4 Millionen Euro. „Der Anstieg ist auf Strukturveränderungen und Gehaltsanpassungen zurückzuführen“, erklärte das Unternehmen. Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 44 Angestellte.
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Solide Liquiditätslage trotz Verlust
Der Finanzmittelbestand verbesserte sich von 9,9 Millionen Euro zum Jahresende 2022 auf 10,4 Millionen Euro zum 31. Dezember 2023. Die Aktiva bestanden zu 71,8 Prozent aus liquiden Mitteln. „Die Gesellschaft deckt ihren Finanzmittelbedarf durch Einzahlungsüberschüsse aus dem operativen Geschäft“, heißt es im Geschäftsbericht. Die Eigenkapitalquote blieb mit 54,8 Prozent stabil.
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Ausschüttung trotz Verlust
Trotz des Jahresfehlbetrags beschloss die Gesellschafterversammlung im Januar 2024 eine Ausschüttung von 4,0 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2022. Die Zahlung erfolgte am 20. Februar 2024 an die Muttergesellschaft Maughan International Properties L.L.C. in Scottsdale, Arizona.
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Prognose 2024: Rückkehr in die Gewinnzone erwartet
Für das laufende Geschäftsjahr 2024 zeigt sich die Geschäftsführung optimistisch. „Wir prognostizieren für das Jahr 2024 ein positives Jahresergebnis in Höhe von 0,9 Millionen Euro“, kündigte das Management an. Das Rohergebnis soll auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert werden. Einsparungen sind insbesondere bei den Beratungskosten im Bereich Informationstechnologie geplant.
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Digitale Transformation als Wachstumstreiber
Die Unternehmensführung setzt auf eine verstärkte Digitalisierungsstrategie. „Zur weiteren Förderung des Online-Umsatzes wird die E-Commerce-Plattform relauncht und durch gezielte Search Engine Optimization- und Content-Marketing-Strategien unterstützt“, erläuterte das Management. Ein neues Schulungsprogramm soll die Produktkenntnisse und Verkaufsfähigkeiten der Vertriebspartner erhöhen. Zudem ist ein Mentoring-Programm geplant, um den Austausch unter den Forever Business Ownern zu fördern.
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Risiken durch Marktveränderungen
Als Hauptrisiken für 2024 identifiziert das Unternehmen die Anpassung an digitale Marktveränderungen und einen möglichen Rückgang der Nachfrage aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage. „Sollte unser Unternehmen nicht schnell genug auf digitale Trends reagieren, könnten wir Marktanteile an agilere Wettbewerber verlieren“, warnt die Geschäftsführung. Das Gesamtrisiko wird dennoch als moderat eingeschätzt.






























