Oriflame-Founder-2026

Traditionsunternehmen Oriflame hat seit 2012 Umsatzrückgang in Höhe von 62,3 Prozent von 1,489 Milliarden Euro auf  561 Millionen Euro in 2025

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Den Umsatzzenith erreichte das  aus Schweden stammende Direct-Selling-Unternehmen Oriflame 2012 mit einem Umsatz von rund 1.489 Millionen Euro. Daran gemessen ernüchtert die Bilanz 2025, denn das Traditionsunternehmen, das 1967 in Schweden von Jonas und Robert af Jochnick sowie von Bengt Hellsten gegründet wurde, scheint seine besten Zeiten hinter sich zu haben. Im Geschäftsjahr 2025 betrug der Umsatz des Unternehmens nur noch 560,9 Millionen Euro, minus 43,3 Millionen Euro oder sieben Prozent unter dem Vorjahresergebnis 2024. Insgesamt betrug der Umsatzrückgang seit 2012 rund 928,1 Mio. Euro oder 62,3 Prozent. CEO Anna Malmhake steht damit vor besonderen Herausforderungen, das Kultunternehmen Oriflame wieder auf Kurs zu bringen.

Ein Jahr des Umbaus unter Anna Malmhake

Anna Malmhake, CEO und President, beschreibt 2025 als Jahr tiefgreifender Veränderung. Der Konzern formte das Geschäft um, um in einem schwierigen Marktumfeld langfristig stabil und relevant zu bleiben. Umsatz und EBITDA gaben nach, was die Malmhake nicht beschönigt: Die Zahlen spiegelten bewusste Entscheidungen wider, die langfristige Tragfähigkeit über kurzfristige Resultate zu stellen. Mit Robert Bensoussan übernahm gegen Jahresende zudem ein neuer Verwaltungsratsvorsitzender, der Erfahrung aus der internationalen Beauty-Branche mitbringt.

Konzernumsatz sinkt auf 560,9 Millionen Euro

Laut Geschäftsbericht fiel der Umsatz von 604,2 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 560,9 Millionen Euro. In Lokalwährung betrug der Rückgang fünf Prozent, in Euro sieben Prozent – belastet durch Inflation in mehreren Märkten, ungünstige Wechselkurse, eine etwas kleinere Vertriebsmannschaft und geringere Aktivität. Das bereinigte EBITDA sank um 78 Prozent auf 5,1 Millionen Euro, die bereinigte EBITDA-Marge von 3,9 auf 0,9 Prozent. Den bereinigten Nettoverlust verringerte der Konzern dagegen von 90,5 auf 78,1 Millionen Euro.

Europa & GUS tragen 54 Prozent zum Umsatz bei

Oriflame gliedert sein Geschäft in vier Regionen sowie die Segmente Manufacturing und Übrige. Europa und GUS bilden mit 306,4 Millionen Euro das Rückgrat und stehen für gut 54 Prozent des Konzernumsatzes. Asien folgt mit 99,7 Millionen Euro vor Lateinamerika mit 72,6 Millionen Euro und der Region Türkei & Afrika mit 46,6 Millionen Euro. Allein Türkei & Afrika legte zu, während die übrigen Regionen Umsatz einbüßten. Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung im Detail.

 

Region

Umsatz 2025 (Mio. Euro)

Umsatz 2024 (Mio. Euro)

Veränderung (in Prozent)

Europa & GUS

306,4

324,1

−5,5

Asien

99,7

114,6

−13,0

Lateinamerika

72,6

88,8

−18,3

Türkei & Afrika

46,6

44,2

+5,4

Manufacturing

29,1

26,5

+9,8

Andere

6,6

6,0

+9,3

Gesamt

560,9

604,2

−7,2

 

Europa & GUS: Stammland verliert moderat

Europa und GUS bilden das Stammland des Konzerns und umfassen über 40 Märkte von Schweden über Polen bis Kasachstan. Der Umsatz sank in Lokalwährung um sechs Prozent, in Euro um fünf Prozent auf 306,4 Millionen Euro. Die Zahl der Member ging um elf Prozent auf rund 770.000 zurück. Trotz des Rückgangs verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge auf 13,8 Prozent. Die Produktion in Warschau versorgt alle Regionen, Distributionszentren bestehen in Warschau und Budapest.

Asien: Mitgliederzahl wächst trotz Umsatzminus

In Asien ist Oriflame seit 1986 aktiv, heute in China, Indien, Indonesien, Vietnam und Pakistan. Der Umsatz fiel in Lokalwährung um 18 Prozent und in Euro um 13 Prozent auf 99,7 Millionen Euro. Bemerkenswert: Die Mitgliederzahl stieg gegen den Trend um sechs Prozent auf rund 390 000. Die bereinigte EBITDA-Marge rutschte jedoch von 2,2 auf minus 3,3 Prozent ins Negative. Produziert wird unter anderem in Noida und Roorkee in Indien sowie in Kunshan und Peking in China.

Lateinamerika: Umsatz fällt zweistellig

Lateinamerika gehört seit 1989 zum Konzern und umfasst Chile, Kolumbien, Ecuador, Mexiko und Peru. Hier verlor der Konzern zweistellig: in Lokalwährung 13 Prozent, in Euro 18 Prozent auf 72,6 Millionen Euro. Die aktive Community schrumpfte um zwölf Prozent auf rund 110.000. Auch die Profitabilität gab nach – die bereinigte EBITDA-Marge halbierte sich nahezu von 19,4 auf 9,4 Prozent. Das Regionalbüro steht in Mexiko-Stadt.

Türkei & Afrika: einzige Region mit Wachstum

Allein die Region Türkei & Afrika wuchs. Sie umfasst die Türkei, Marokko, Ägypten, Nigeria, Tunesien und Südafrika. Der Umsatz stieg in Euro um fünf Prozent auf 46,6 Millionen Euro; in Lokalwährung errechnete der Konzern – um die türkische Hyperinflation bereinigt – ein Plus von zwölf Prozent. Die Zahl der Member legte um elf Prozent auf rund 190.000 zu. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich von 11,2 auf 12,9 Prozent. Das Regionalbüro liegt in Istanbul.

Hautpflege und Düfte tragen den Großteil des Umsatzes

Über die Produktgruppen hinweg zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Hautpflege führte das Sortiment mit 147,3 Millionen Euro an, gab jedoch um gut acht Prozent nach. Die Düfte folgten mit 139,1 Millionen Euro dicht dahinter und hielten sich mit minus 4,6 Prozent vergleichsweise stabil. Körper- und Haarpflege sowie Farbkosmetik verloren zweistellig. Allein die Wellness-Sparte wuchs – um 2,6 Prozent auf 84,1 Millionen Euro. Die Tabelle schlüsselt die sechs Gruppen auf.

Produktgruppe

Umsatz 2025 (Mio. Euro)

Umsatz 2024 (Mio. Euro)

Veränderung (in Prozent)

Hautpflege

147,3

160,4

−8,2

Düfte

139,1

145,8

−4,6

Körper- und Haarpflege

88,5

101,1

−12,5

Wellness

84,1

82,0

+2,6

Farbkosmetik

83,7

94,8

−11,7

Accessoires

18,2

20,2

−9,9

Gesamt

560,9

604,2

−7,2

 

Refinanzierung am 22. Dezember 2025 schließt das Jahr ab

Zum Jahresende setzte Oriflame einen finanziellen Schlussstrich: Am 22. Dezember 2025 schloss der Konzern seine Refinanzierung ab und reduzierte die Gesamtverschuldung laut Geschäftsbericht um mehr als 500 Millionen Euro. Die Familie af Jochnick und ein Konsortium langfristiger Investoren steuerten 71,6 Millionen Euro bei; die Familie hält nun 100 Prozent der Anteile. „Ein wegweisender Meilenstein war der erfolgreiche Abschluss unserer Refinanzierung, der unsere Finanzlage spürbar gestärkt hat“, erklärt Anna Malmhake.

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