Das Direct-Selling-Unternehmen Herbalife Ltd. (NYSE: HLF) mit Sitz in Los Angeles hat im ersten Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar erzielt. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit 1.221,7 Millionen US-Dollar entspricht das einem Plus von 7,8 Prozent. Vorstandschef Stephan Gratziani sprach von einem Jahresauftakt über der eigenen Prognose.
Alle Umsätze von Herbalife für das Q1 2026 in US-Dollar
|
Region |
Q1 2026 |
Q1 2025 |
+ / – |
|---|---|---|---|
|
Nordamerika |
247,6 |
254,4 |
-2,7 % |
|
Lateinamerika |
242,0 |
206,7 |
+17,1 % |
|
EMEA |
274,8 |
273,3 |
+0,5 % |
|
Asien-Pazifik |
495,8 |
422,5 |
+17,3 % |
|
China |
57,0 |
64,8 |
-12,0 % |
|
Weltweit |
1.317,2 |
1.221,7 |
+7,8 % |
Angaben in Millionen US-Dollar. Veränderung gegenüber dem ersten Quartal 2025; Quelle: Herbalife Ltd.
Asien-Pazifik und Lateinamerika wachsen um 17,3 Pozent
Den größten Beitrag zum Konzernumsatz lieferte die Region Asien-Pazifik, die mit 495,8 Millionen US-Dollar um 17,3 Prozent zulegte und zu konstanten Wechselkursen sogar um 20,8 Prozent wuchs. Auch Lateinamerika legte mit 242,0 Millionen US-Dollar deutlich zu, während EMEA mit 274,8 Millionen US-Dollar nahezu stagnierte. Rückläufig entwickelten sich Nordamerika sowie China, das um 12,0 Prozent nachgab. Insgesamt profitierte der Konzern von Währungseffekten in Höhe von 240 Basispunkten; bereinigt um diese Einflüsse betrug das Wachstum 5,4 Prozent.
Ergebnis und Margen liegen über der Prognose
Der auf Herbalife entfallende Nettogewinn stieg auf 61,9 Millionen US-Dollar, nach 50,4 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal; der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 69,0 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA erreichte 175,7 Millionen US-Dollar und damit eine Marge von 13,3 Prozent. Beim verwässerten Ergebnis je Aktie standen 0,57 US-Dollar zu Buche, bereinigt 0,64 US-Dollar. Die Bruttomarge gab leicht auf 77,9 Prozent nach, verglichen mit 78,3 Prozent ein Jahr zuvor, da höhere Inputkosten die Preiseffekte teilweise aufzehrten.
Mittelzufluss steigt, Verschuldung sinkt
Aus der laufenden Geschäftstätigkeit floss dem Konzern ein Mittelzufluss von 113,8 Millionen US-Dollar zu, während es im Vorjahresquartal lediglich 0,2 Millionen US-Dollar gewesen waren. Die Investitionen blieben mit 10,9 Millionen US-Dollar moderat. Zum Stichtag 31. März 2026 verfügte Herbalife über liquide Mittel von 451,2 Millionen US-Dollar, die revolvierende Kreditlinie war nicht in Anspruch genommen. Der Verschuldungsgrad sank auf das 2,7-Fache, die Nettoverschuldung auf das 2,1-Fache des bereinigten Ergebnisses.
Refinanzierung über 1,45 Milliarden US-Dollar abgeschlossen
Kurz nach dem Quartalsende, am 29. April 2026, schloss Herbalife eine besicherte Refinanzierung über 1,45 Milliarden US-Dollar ab. Diese umfasste eine revolvierende Kreditlinie über 425 Millionen US-Dollar, ein Darlehen über 225 Millionen US-Dollar sowie vorrangig besicherte Anleihen über 800 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 7,750 Prozent und Laufzeit bis 2033. Mit dem Erlös tilgte der Konzern ein älteres Darlehen und löste Anleihen über 800 Millionen US-Dollar zu 106,125 Prozent ab. Daraus erwartet das Unternehmen jährliche Zinsersparnisse von rund 45 Millionen US-Dollar.
„Wir haben für das Quartal ein Umsatzwachstum und ein bereinigtes EBITDA über unserer Prognose erzielt“, sagte Finanzchef John DeSimone. „Zudem haben wir im April unsere Refinanzierung über 1,45 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, den Zinsaufwand spürbar gesenkt, das Fälligkeitsprofil verlängert und unsere Bilanz weiter gestärkt.“
Übernahme von Bioniq erweitert die Produktpalette
Einen Tag später, am 30. April 2026, übernahm Herbalife den Kernbereich des britischen Anbieters personalisierter Nahrungsergänzung Bioniq. Der Basiskaufpreis beträgt 55 Millionen US-Dollar, zahlbar über fünf Jahre, von denen zehn Millionen US-Dollar nach dem Kauf flossen; hinzu kommen erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 95 Millionen US-Dollar. Zugleich sicherte sich der Konzern eine bis zum 31. Dezember 2031 laufende Kaufoption auf die Plattform Bioniq LAB. Die personalisierten Produkte sollen ab Ende Juni in elf europäischen Ländern und ab Juli in den USA über die Vertriebspartner angeboten werden.
„Personalisierung ist seit Langem ein Fundament des Geschäfts von Herbalife, und unsere Geschichte ist von Innovation, einer vorausschauenden Haltung und der Bereitschaft geprägt, sich mit den Bedürfnissen der Verbraucher weiterzuentwickeln“, sagte Vorstandschef Stephan Gratziani. „Unsere jüngsten Übernahmen von Pro2col, Link BioSciences, Pruvit und Bioniq erweitern unser Personalisierungs-Ökosystem.“
Herbalife Honors in Wien und Extravaganza-Events in Indien
Bereits Ende März hatte der Konzern in Wien sein jährliches Führungskräfte-Event Herbalife Honors ausgerichtet und dort die geplante Bioniq-Übernahme sowie eine über mehrere Jahre angelegte Neugestaltung der Produktverpackungen angekündigt, die im März 2026 begann. Im April folgten in Indien drei aufeinanderfolgende Extravaganza-Veranstaltungen in Delhi und Bengaluru, mit rund 46.200 Teilnehmern.Â
Prognose für das zweite Quartal und das Gesamtjahr 2026
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Kennzahl |
Q2 2026 (Prognose) |
Gesamtjahr 2026 (Prognose) |
|---|---|---|
|
Nettoumsatz (gemeldet) |
+1,5 % bis +5,5 % |
+1,5 % bis +5,5 % |
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Nettoumsatz (konstante Währung) |
+1,0 % bis +5,0 % |
+1,0 % bis +5,0 % |
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Bereinigtes EBITDA |
150 – 170 |
675 – 705 |
|
Investitionen (CapEx) |
15 – 25 |
50 – 80 |
|
Vorjahr (Ist 2025) |
1.259,1 (Q2) |
5.037,5 |
Angaben in Millionen US-Dollar beziehungsweise als Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Quelle: Herbalife Ltd.,Â
Für das zweite Quartal 2026 stellt Herbalife ein Umsatzwachstum zwischen 1,5 und 5,5 Prozent sowie ein bereinigtes EBITDA von 150 bis 170 Millionen US-Dollar in Aussicht. Die Prognose für das Gesamtjahr engte der Konzern ein und hob zugleich die Mittelwerte zu konstanten Wechselkursen an: Der Umsatz soll um 1,5 bis 5,5 Prozent zulegen, das bereinigte EBITDA zwischen 675 und 705 Millionen US-Dollar erreichen. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2025 hatte das Unternehmen einen Nettoumsatz von 5.037,5 Millionen US-Dollar erzielt.
Direktvertrieb unter regulatorischer Beobachtung
Das 1980 gegründete Network-Marketing-Unternehmen verkauft seine Produkte in mehr als 90 Märkten über unabhängige Vertriebspartner. Seit einem Vergleich mit der US-Verbraucherschutzbehörde FTC aus dem Jahr 2016, der nach Behördenangaben eine engere Kopplung der Vergütungen an nachprüfbare Endkundenverkäufe vorsah, operiert Herbalife unter einer fortbestehenden behördlichen Auflage. Vor diesem Hintergrund verweist der Konzern in seinen Mitteilungen weiterhin auf diese Vereinbarung als laufenden Einflussfaktor. Für die Branche bleibt der Fall ein Referenzpunkt in der Debatte über transparente Vertriebsmodelle.






























