Das Network-Marketing-Unternehmen Forever Living Products stellt mit Wirkung zum 1. Mai 2026 seine Rekrutierungsaktivitäten in den USA ein. Mit Umsetzung zum Stichtag wird es demnach nicht mehr möglich sein neue Vertriebspartner (Forever Business Owner – FBO) für den weltweit größten Aloe-Vera-Hersteller in den USA zu gewinnen. Zudem werden mehrere bestehende Incentive-Programme, darunter Eagle Manager, Gem Bonus, Chairman’s Bonus und Forever2Drive, eingefroren oder eingestellt. Der Produktkauf sowie der Verkauf an Kunden bleiben weiterhin möglich. Diese Veränderung betrifft ausschließlich die USA. Kanada als Teil der nordamerikanischen OpCo ist nicht betroffen. Auch für alle anderen Märkte – und damit auch die DACH-Region – bleibt alles wie gewohnt.
Geschäftsmodell in den USA wird neu ausgerichtet
Forever Living Products, 1978 von Rex Maughan gegründet und heute unter CEO Gregg Maughan geführt, beendet zum 1. Mai 2026 das Sponsoring neuer FBOs in den USA. Personen mit US-amerikanischem Wohnsitz dürfen sich fortan nicht mehr als Forever Business Owner registrieren. Das Unternehmen – mit Hauptsitz in Scottsdale, Arizona, und Aktivitäten in Nordamerika, Lateinamerika, Afrika, Europa und Asien – gilt als einer der weltweit größten Aloe-Vera-Hersteller. Den Produktvertrieb an Endkunden sowie den Produktkauf durch bestehende Partner lässt das Unternehmen weiterhin zu. Bestehende Downline-basierte Vergütungsstrukturen sollen in einem Übergangsmodus bis Ende 2026 fortgeführt werden.
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Regulatorischer Druck als Auslöser?
Forever Living Products benennt keinen konkreten Behördenakt als Auslöser, beschreibt jedoch ein Bündel von Anforderungen, das das bisherige US-Geschäftsmodell aus Sicht des Unternehmens nicht mehr tragbar macht. In den aktualisierten „Company Policies and Procedures“ vom 1. April 2026 heißt es laut Unternehmen:
„Die sich weiterentwickelnden regulatorischen Anforderungen haben fortlaufende Compliance-, Überwachungs- und strukturelle Verpflichtungen geschaffen, die über klassische Werbe- oder Offenlegungspflichten hinausgehen. Die Aufrechterhaltung des bisherigen US-Geschäftsmodells würde unter diesen Bedingungen zu nicht beherrschbaren regulatorischen Risiken führen – einschließlich der Gefahr, dass US-spezifische Auslegungen direkt oder indirekt auf die globalen Aktivitäten von Forever Living angewendet werden.“
Im regulatorischen Hintergrund steht unter anderem, dass Forever Living Products im Oktober 2021 auf der FTC-Empfängerliste für „Notices of Penalty Offenses“ im Bereich Money-Making Opportunities erschien. Die FTC betont ausdrücklich, dass eine Nennung auf dieser Liste kein Fehlverhalten indiziert. Zusätzlich dokumentierte das Selbstregulierungsprogramm DSSRC der BBB National Programs im Jahr 2024 einen Monitoring-Fall (Case #180-2024) zu Einkommensbehauptungen von Vertriebspartnern in sozialen Medien.
Der Motor des Network-Marketings steht nun in den USA still
Die Recruiting-Quote ist das Herzstück jedes Network-Marketing-Systems. Kommt sie zum Stehen, setzt eine strukturelle Kettenreaktion ein: Umsätze sinken, Einkommen schrumpfen, der Vertrieb kommt zum Erliegen. In klassischen MLM-Strukturen kompensiert der kontinuierliche Zustrom neuer Partner nicht nur das Wachstum, sondern gleicht auch die unvermeidliche Fluktuation in der Downline aus.
Im Fall von Forever Living Products USA zeigt sich die Tragweite dieses Mechanismus in den eigenen Zahlen: Wenn bereits unter Recruiting-Bedingungen fast sieben von zehn aktiven FBOs ohne jede Auszahlung bleiben, dürfte der Stopp neuer Eintritte die verbleibende Organisation erheblich unter Druck setzen. Bestehende Provisionsstrukturen sollen zwar bis Ende 2026 im Übergangsmodus fortgelten – doch was danach folgt, lässt das Unternehmen bislang offen.
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Checkliste: Was sich ab 1. Mai 2026 ändert
| Bereich / Programm | Änderung | Status |
|---|---|---|
| FBO-Sponsoring / Recruiting (USA) | Keine Neuanmeldungen für US‑Residenten mehr möglich | Eingestellt |
| Eagle Manager-Programm | Qualifikationsanforderungen eingefroren | Eingefroren |
| Gem Bonus | Programm wird eingestellt | Eingestellt |
| Chairman’s Bonus | Programm wird eingestellt | Eingestellt |
| Forever2Drive | Fahrzeugprogramm wird eingestellt | Eingestellt |
| Forever Shared Retail / Amazon Subscription | Einstellung; Jahresgebühr wird erstattet | Eingestellt |
| Aktivitäts- und Leadership-Bonus-Anforderungen | Werden angepasst | Geändert |
| Incentives für Sponsoring / Org.-Aufbau | Entfallen vollständig | Eingestellt |
| Produktkauf durch bestehende FBOs | Bleibt möglich | Fortgeführt |
| Produktverkauf an Endkunden | Bleibt möglich | Fortgeführt |
| Bestehende Downline-Earnings | Übergangsmodus bis Ende 2026 | Zeitlich befristet |
| Neue FBO-Opt-in (US-Residents) | Ab 1. Mai 2026 nicht mehr zulässig | Eingestellt |
Quellen: Company Policies and Procedures USA, veröffentlicht 1. April 2026, wirksam 1. Mai 2026
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Incentive-Programme im Detail
Neben dem Recruiting-Stopp streicht Forever Living Products mehrere Vergütungselemente, die strukturell an den Aufbau und die Erweiterung von Downlines geknüpft waren. Der Eagle-Manager-Status wird eingefroren: Qualifikationsanforderungen, die diesen Rang definieren, gelten nicht mehr als Zielgröße. Gem Bonus, Chairman’s Bonus sowie das Forever2Drive-Programm – ein an Umsatz- und Rekrutierungsleistung gebundenes Fahrzeugprogramm – werden vollständig eingestellt. Ebenfalls beendet wird das Forever Shared Retail- und Amazon-Subscription-Programm; Teilnehmer erhalten ihre gezahlte Jahresgebühr zurück. Aktivitäts- und Leadership-Bonus-Anforderungen werden angepasst. Incentives, die explizit an das Sponsoring oder den Ausbau der Organisation geknüpft waren, entfallen vollständig.
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Keine internationalen AuswirkungenÂ
Das Unternehmen betont, die Änderungen seien explizit auf den US-Markt beschränkt. Mit dem Auslaufen der Bestandsvergütungen Ende 2026 stellt sich die Frage, wie Forever Living Products den US-Markt dauerhaft strukturiert.
Mehrere Optionen wären möglich: ein reines Customer- oder Preferred-Customer-Modell ohne Business-Opportunity, ein Single-Level-Affiliate-Ansatz ohne Downline-Komponente oder ein späterer Re-Launch mit eng reguliertem Vergütungsplan. Denkbar ist auch ein De-facto-Sunset des gesamten US-Bonusmodells zugunsten eines E-Commerce- und Direct-Retail-Ansatzes.
Das Führungsduo unter CEO Gregg Maughan und Präsident Aidan O’Hare – der dieses Amt seit Januar 2023 innehat – kommuniziert lediglich den strukturellen Übergangsmodus. Die strategische Perspektive jenseits von 2026 bleibt demnach eine der offenen Fragen, die entscheidend für die Vertriebspartner sein wird. Das Unternehmen wird sich jedoch zeitnah äußern, wie es ab 2027 für die Vertriebspartner weitergeht, möchte dies jedoch bestmöglich für die Vertriebspartner ausarbeiten.






























