Das malaysische Direct-Selling-Unternehmen DXN Holdings Bhd. [Bursa Malaysia: DXN] betreut nach eigenen Angaben 22 Millionen Kunden in 180 Ländern, davon fünf bis sechs Millionen aktive Vertriebspartner. Gründer Datuk Lim Siow Jin baute den Konzern ab 1993 in Kedah rund um den Pilz Ganoderma auf. Im Geschäftsjahr 2026 setzte die Gruppe mit 702 Produkten 1,898 Milliarden Ringgit (487,8 Millionen US-Dollar) um und zahlte 3,20 Sen Dividende je Aktie – rund sieben Prozent Rendite auf den aktuellen Kurs.
Alle Kennzahlen von DXN Holdings für das Geschäftsjahr 2026 in US-Dollar
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Kennzahl |
GJ 2026 |
GJ 2025 |
+/- |
|---|---|---|---|
|
Umsatz |
487,8 |
490,4 |
-0,5 % |
|
EBITDA |
134,0 |
149,9 |
-10,6 % |
|
Nettogewinn |
69,8 |
84,3 |
-17,2 % |
|
Zahlungsmittel (Stichtag) |
158,7 |
172,8 |
-8,2 % |
|
Finanzverbindlichkeiten (Stichtag) |
45,6 |
39,8 |
+14,6 % |
|
Dividende je Aktie (Sen) |
3,20 |
3,70 |
-13,5 % |
Angaben in Millionen US-Dollar, sofern nicht anders vermerkt. Geschäftsjahr 2026 = 1. März 2025 bis 28. Februar 2026. Quelle: Mitteilung von DXN Holdings zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2026 vom 30. April 2026. Umrechnung mit dem EZB-Referenzkurs vom 27. Februar 2026 (1 Euro = 4,5933 Ringgit, 1 Euro = 1,1805 US-Dollar): Betrag in US-Dollar = Betrag in Ringgit ÷ 3,8910. Rundungsbedingte Abweichungen möglich; die Dividende je Aktie ist in Sen ausgewiesen und nicht umgerechnet.
Währungseffekte drücken den ausgewiesenen Umsatz, das Volumen wächst
Das am 28. Februar 2026 beendete Geschäftsjahr brachte DXN Holdings einen Umsatz von 1,898 Milliarden Ringgit und damit 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang stammt aus der Umrechnung: Der Ringgit wertete gegenüber mehreren Betriebswährungen auf. Bereinigt um diesen Effekt weist der Konzern ein Umsatzplus von 12,1 Prozent aus. Beim Ergebnis fiel der Rückgang deutlicher aus. Das EBITDA sank von 583,2 auf 521,5 Millionen Ringgit, der Nettogewinn von 328,1 auf 271,5 Millionen Ringgit. Als Gründe nennt DXN Währungsverluste, höhere Marketingaufwendungen sowie Vorlaufkosten der neuen Werke; zusätzlich enthielt das Vorjahr eine einmalige Steuerrückerstattung. Die vier Interimsdividenden summierten sich auf 3,20 Sen je Aktie oder 159,1 Millionen Ringgit, was einer Ausschüttungsquote von 58,6 Prozent entspricht.
Aus der Pilzfarm wurde ein internationaler Konzern
Datuk Lim Siow Jin, Absolvent des Indian Institute of Technology im indischen Kharagpur, gründete DXN 1993 in Kedah, nachdem er sich über Jahre mit Pilzen und deren Kultivierung beschäftigt hatte. Aus der Pilzfarm wurde ein Konzern, der Anbau, Forschung, Produktion und Direktvertrieb unter dem Leitsatz „One World One Market“ bündelt.
Am 30. September 2003 notierte DXN Holdings erstmals am Main Board der Bursa Malaysia, im selben Jahr startete das Geschäft in Mexiko und Kanada, 2004 folgte der Einstieg in Lateinamerika. Am 27. Dezember 2011 nahm der Gründer das Unternehmen über ein Übernahmeangebot von der Börse; der Umsatz lag damals bei 279 Millionen Ringgit. Nach zwölf Jahren als Privatunternehmen kehrte DXN am 19. Mai 2023 an den Hauptmarkt zurück, inzwischen mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden Ringgit. 2024 eröffnete die Gruppe ihr erstes Büro in São Paulo, im April 2026 sicherte sie sich in Bukit Kayu Hitam per 60-Jahres-Pacht ein Industriegelände von 1,2 Millionen Quadratfuß.
Umsatzentwicklung von DXN Holdings in den Geschäftsjahren 2022 bis 2026
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Geschäftsjahr |
Mio. Ringgit |
Mio. US-Dollar |
+/- |
|---|---|---|---|
|
2022 |
1.243 |
319,5 |
– |
|
2023 |
1.601 |
411,5 |
+28,8 % |
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2024 |
1.803 |
463,4 |
+12,6 % |
|
2025 |
1.908 |
490,4 |
+5,8 % |
|
2026 |
1.898 |
487,8 |
-0,5 % |
Operativer Umsatz je Geschäftsjahr (Stichtag jeweils Ende Februar). Quelle: Finanzberichte von DXN Holdings, Umrechnung wie oben mit dem EZB-Referenzkurs vom 27. Februar 2026.

702 Produkte, davon 474 aus eigener Fertigung
Der Katalog reicht von Kapseln und Pulvern auf Ganoderma-Basis über Kaffee, Tees und Cerealien bis zu Zahnpasta, Shampoo und Wasseraufbereitungssystemen. 474 der 702 Produkte stellt DXN selbst her, entlang einer Lieferkette, die von der Pilzkultur bis zur Abfüllung im Konzern bleibt.
Getragen wird das Sortiment vom Instantkaffee mit Pilzextrakt, der sich in Lateinamerika und im Nahen Osten als Einstiegsprodukt etabliert hat. Zwei Forschungszentren in Malaysia und China mit mehr als 80 Wissenschaftlern entwickeln Rezepturen und prüfen Rohstoffe; ein akkreditiertes Labor begleitet die Qualitätskontrolle seit 2006.
Produktgruppen von DXN Holdings im Überblick
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Produktgruppe |
Ausgewählte Produkte |
|---|---|
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Nahrungsergänzung auf Pilzbasis |
RG- und GL-Kapseln, Reishi-Gano-Pulver, Reishilium, MycoVita |
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Kaffee und Getränke |
Lingzhi-Schwarzkaffee, Zhi Mocha, Cocozhi, Civattino, Tees und Säfte |
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Funktionelle Lebensmittel |
Spirulina, Cordyceps, Kräuterpräparate, Premixe, Cerealien, Süßwaren |
|
Körperpflege und Kosmetik |
Zahnpasta, Shampoo, Duschgel, Seifen, Gesichtsmasken, Massageöl, Lippenstifte |
|
Haushalt und Wassertechnik |
Reinigungsmittel, Wasseraufbereitungssysteme, Küchen- und Haushaltsgeräte |
|
Dienstleistungen und Tourismus |
Laboranalysen, Cafés, Glamping-Resort, Meeresschutzgebiet mit Touren |
Zusammenstellung nach Unternehmensangaben und Börsenprofilen; Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.Â
Lateinamerika steuert über 60 Prozent des Konzernumsatzes bei
DXN verkauft in 180 Ländern, doch das Gewicht liegt eindeutig in Lateinamerika: Die Region trägt nach Unternehmensangaben mehr als 60 Prozent zum Umsatz bei, angeführt von Mexiko, Peru und Bolivien. Im Geschäftsjahr 2026 wuchsen Peru, Bolivien und Indien in lokaler Währung zwischen 15 und 53 Prozent, während die Umrechnung in Ringgit einen Teil davon aufzehrte.
Im vierten Quartal stieg der Umsatz auf 474,9 Millionen Ringgit nach 458,9 Millionen im Vorjahresquartal. Mitgliederzuwächse meldet der Konzern zudem in Europa, Afrika sowie in Argentinien und Brasilien. Produziert wird in 14 Werken in Malaysia, China, Indien, Indonesien, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten – möglichst nah an den jeweiligen Absatzmärkten.
Sechs neue Werke für mehr als 500 Millionen Ringgit
Das laufende Investitionsprogramm verteilt sich auf drei Kontinente. In Peru und Bolivien entstehen Fabriken im umsatzstärksten Markt der Gruppe, in Brasilien ein Kaffee-Ökosystem aus Anbau, Verarbeitung und Herstellung, das die Abhängigkeit von Rohstoffpreisen verringern soll.
Marokko dient als Brücke nach Europa und Nordafrika, Bukit Kayu Hitam und Gua Musang verankern einen Produktionskorridor in Kedah und Kelantan. Für das Werk in Bukit Kayu Hitam, mit 140 Millionen Ringgit die größte Einzelinvestition, erfolgte der Spatenstich am 8. Juni 2026. Analysten von RHB senkten ihre Gewinnprognosen für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 zuletzt um ein bis acht Prozent und verwiesen auf höhere Energie- und Logistikkosten sowie Vorlaufkosten der Projekte.
Der Gründer sieht die Aktie unter Wert bewertet
Datuk Lim Siow Jin, Gründer und Vorstandsvorsitzender: „Wir haben DXN nicht für einen einzelnen Markt oder ein einzelnes Jahrzehnt entwickelt.“ Group-CEO Prajith Pavithran verweist auf eine Kapitalrendite von über 27 Prozent, eine Nettoliquidität und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht gegenüber 17 bis 20 bei regionalen Wettbewerbern und schließt: „DXN ist kein unentdecktes Unternehmen – es ist unterbewertet.“ Zu den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2026 äußerte sich Lim zurückhaltender: Geopolitische Spannungen sorgten für Nachfrageunsicherheit und höhere Energiekosten, das vertikal integrierte Modell verschaffe dem Konzern jedoch Spielraum.
Scharia-konform, im FTSE4Good gelistet, mit Rückkaufprogramm
Für institutionelle Anleger ist DXN über zwei Indizes zugänglich: den FTSE4Good Bursa Shariah Index und den Bursa Quality 50 Shariah Index. Der Konzern berichtet nach den Standards der Global Reporting Initiative, hat eine Menschenrechtspolitik nach den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation verabschiedet und im Geschäftsjahr 2025 eine Basislinie für den CO₂-Fußabdruck bestimmt.
An der Börse notierte die Aktie zuletzt bei 0,465 Ringgit, was einer Marktkapitalisierung von rund 2,3 Milliarden Ringgit entspricht; parallel kauft das Unternehmen eigene Anteile zurück. Zum Stichtag standen 617,4 Millionen Ringgit an liquiden Mitteln 177,5 Millionen Ringgit an Finanzverbindlichkeiten gegenüber.






























